Spellcasting 101: Sorcerers Get All the Girls
Legend Entertainment 1990Genre: Adventure
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
System: PC
Test von Mr Creosote (veröffentlicht 27.10.2004, geändert 15.09.2006):
Immer, wenn Steve Meretzky als Designer eines Spiels auftritt, kann man damit rechnen, dass es um Frauen geht. Manchmal mehr, manchmal weniger. Bei Spellcasting definitiv mehr. Viel mehr.In Legends erstem Adventure übernimmt der Spieler die Rolle von Earnie Eaglebeak, einem jungen Mann, der unter der eisernen Faust seines bösen Stiefvaters Joey Rottenwood (subtile sprechende Namen...) leidet. Earnie will aus diesem Martyrium ausbrechen, und zum Zauberer-Universität gehen. Und womit er dort wohl seine Zeit verbringt. Kleiner Tipp: Mit studieren hat es primär nichts zu tun... es könnte aber auf Weltrettungscharakter hinauslaufen (zumindest, nachdem man sich mit den Frauen bekannt gemacht hat...).
Wie von Meretzky gewohnt, erwartet einen in Spellcasting eine Menge Humor der merkwürdigen bis albernen Sorte. Das Thema bietet sicherlich genug Stoff, doch - wie so oft - entfernt er sich schnell von der Ausgangssituation. Im Laufe des Spiels tritt der Spieler eine Reise über eine Reihe "thematische" Inseln an. "Thematisch" insofern, dass sich nicht nur die Umgebung ändert, sondern auch die Aufgaben. Zum Beispiel gibt es da die Insel, auf der alles rückwärts abläuft. Dort bekommt man eine Beschreibung, was die eigene (noch nicht ausgeführte) Aktion verursacht hat, und man muss daraus zurückschließen, was wohl "vorher" passiert ist.
Während dieser Inselodysee wird die Story in den Hintergrund gedrückt. Logisches Denken und Anpassung an die jeweilige Situation sind gefordert, aber es entwickelt sich praktisch nichts mehr. Und das ist nicht das einzige, wodurch man an die Hochzeit der Textadventures erinnert wird. Zwar ist ein Point & Click - Interface in Kombination mit einem Grafikfenster vorhanden, aber die Texteingabe erweist sich schnell als effektiver. Natürlich kann nach Belieben jederzeit zwischen diesen Methoden gewechselt werden.
Spellcasting wird bei Fans von modernerer, storybasierter Adventures wohl nur wenig Anklang finden. Trotz des gelungenen Humors ist der Erzählstrang nur ein sekundärer Aspekt. Diejenigen, die mehr auf die klassischere Kopfnüsse abfahren, werden dagegen entzückt sein.
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