Lords of the Rising Sun
Cinemaware 1989Genre: Strategie, Action
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
System: Amiga
Test von Mr Creosote (veröffentlicht 14.11.2002, geändert 15.09.2006):
Das Konzept ist ja gut, aber das mittelalterliche England zu ausgelutscht? Wie wäre es dann mit dem mittelalterlichen Japan? So ist Lords of the Rising Sun wohl schon beinahe perfekt beschrieben. Ihr habt keine Ahnung, wovon ich rede? Dann habt ihr wohl noch nie Defender of the Crown von der selben Firma gespielt! Schämt euch und ab in die Ecke!Allen, die jetzt noch lesen, kann ich jetzt ja eingestehen, dass LOTRS nicht so gleich wie DOTC ist. Doch wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, Cinemarespiele zusammenzufassen, ist dies wohl der beste Einstieg. Mittelalterliches Szenario, ein Land, das durch seine Inselnatur begrenzt ist, erobern, viele Actionszenen, um den Strategieteil aufzulockern. Ähnlich genug?
Die Unterschiede sollten interessanter werden. LOTRS läuft in Echtzeit auf einer wunderschönen Landkarte von Japan. Immer, wenn etwas passiert, wie z.B. das Treffen zweier Armeen oder ein Ninjaangriff auf einen persönlich, bekommt man eine Nachricht, und kann entscheiden, ob man selbst eingreift, oder nicht (wenn der eigene Charakter involviert ist, kann man das natürlich nicht entscheiden).
Da der reine Strategiemodus eher öde ist, wird man sich in diese Ereignisse natürlich einmischen. Hier kommt der Cinemaware-typische Genremix zum Tragen! Bei Treffen zwischen Armeen oder in Städten, kann man sich zuerst entscheiden, was man tut - verhandeln oder Kämpfen beispielsweise. Jede Entscheidung zieht jeweils eine andere Actionsequenz nach sich, z.B. das Stürmen einer Festung oder das Verfolgen eines fliehenden Generals zu Pferd.
Statt jetzt jedes winzige Detail auseinanderzunehmen, möchte ich noch auf das Szenario zu sprechen kommen. Welchen Einfluss hat "mittelalterliches Japan" auf den Spielverlauf? Mehr, als ich zuerst dachte! Es gibt da ein paar dieser seltsamen Sachen, die Europäer einfach niemals nachvollziehen werden können, wie beispielsweise der seltsame "Ehrenkodex", der einen dauernd zum "rituellen Selbstmord" verpflichtet. Dann sind da noch die manchmal etwas blumig geschriebenen Spieltexte, die manchmal etwas bizarr anmuten. Nicht, dass die archaische europäische Sprechweise besser wäre, aber daran ist "man" ja schon gewohnt...
Wie üblich bei Cinemaware ist die Grafik einfach atemberaubend! Strategie auf einer solchen Karte macht gleich doppelt Spaß. Und die zu befreiende Prinzessin, eine der geskripteten Sondermissionen (Ein Cinemawarespiel ohne Adventureelemente? Undenkbar!), bringt sicher jeden jungen Teenager zum Sabbern ;)
Für einen Strategieveteranen wie mich betont Lords of the Rising Sun ein bisschen zu stark die Action. Ein trainierter Actionspieler kann immer einfach die Oberhand gewinnen, weil seine Belagerungen beispielsweise immer schnell und einfach gelingen. Doch was macht das gegen die Computergegner aus? Das Ziel eines Spiels sollte es doch eigentlich nicht sein, es so schnell wie möglich zu beenden, sondern es zu genießen, solange es anhält!
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