The Good Old Days

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Eric the Unready

Legend Entertainment 1991
Genre: Adventure
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
System: PC
Wertung: ?
Mr Creosote:
5/6
Gesamt:
5/6

Test von Mr Creosote (veröffentlicht 10.03.2000, geändert 15.09.2006):
Die Geschichte ist nicht sonderlich originell: Als tolpatschiger Ritter am Hofe des Königs soll man eine entführte Prinzessin befreien. Das hatte man schon diverse Male, auch als "Verarschung".
Eric the Unready lebt dann auch mehr von Anspielungen auf Klassiker der Film- und Spielegeschichte, als von einem fesselnden Plot. Es werden sowohl ernstgemeinte Dinge durch den Kakao gezogen (Star Trek), als auch andere Satiren neidlos zitiert (Monkey Island) oder aufgegriffen (Die Ritter der Kokosnuss). Das ist natürlich manchmal mehr geglückt und manchmal weniger. Der Wiedererkennungswert ist auf jeden Fall sehr hoch. Den meisten (und meiner Meinung nach gelungensten) Humor bemerkt man erst, wenn man sich abseits der vorgegebenen Lösungslinie bewegt. Welch abstruse Aktionen man auch ausprobiert, fast alles ist im Spiel vorgesehen, und wird passend kommentiert.
Neben diesen inhaltlichen Punkten fasziniert hauptsächlich die Engine. Als direkter Nachkomme klassischer Textadventures ist Eric the Unready sehr textorientiert. Zu jedem Schauplatz gibt es zwar ein (sehr gut) gezeichnetes Bild, aber genauere Informationen erhält der Spieler nur durch Textausgaben. Entsprechend sind zwei Eingabemethoden möglich.
Es gibt sowohl eine Maussteuerung, bei der man auch auf Objekte im Grafikfenster klicken kann, als auch reines Tippen nach bewährtem Muster. Auf den ersten Blick mag einem der
Klickweg einfacher erscheinen, aber dadurch, dass es eine riesige Anzahl von Verben gibt, greift man im Endeffekt doch häufig auf das gute alte Tippen zurück.
Womit wir auch schon beim nächsten wichtigen Punkt angekommen wären: dem Parser. Man kann einen Befehl formulieren, wie man will, solange er halbwegs Sinn macht, wird er vom Programm verstanden. Dabei ist der Wortschatz enorm (und bestimmt größer als der fast aller Deutscher). Vielleicht fehlt zu Infocom-Qualität noch ein kleines Stück, aber der Unterschied ist kaum spürbar.
Die Rätsel sind trotz der Unmöglichkeit des Ausprobierens nicht besonders schwierig. Das liegt zum Einen daran, dass sie alle vollkommen logisch sind, aber auch sonst befinden sie sich nicht auf höchstem Schwierigkeitsniveau. Einfallsreich sind manche aber allemal.
Das Spiel läuft in "Tagen" ab. Das bedeutet, dass man an jedem Tag an einen neuen Schauplatz kommt, der jeweils nur aus wenigen Bildern besteht. Dadurch wird endloses rumlaufen vermieden, so dass der Spieler sich ganz auf die Rätsel konzentrieren kann. Ein riesiger Vorteil, besonders im Vergleich zu den meisten Sierra-Adventures!
Insgesamt sicherlich ein wahrer Klassiker! Es ist wirklich ein Jammer, dass diese geniale Engine nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Es würden sonst sicherlich noch viele Spiele damit gemacht werden, weil sie in wirklich einmaliger Weise Komplexität und Einfachheit verbindet.
Inklusive Anleitung


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