The Good Old Days

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Comanche

Novalogic 1993
Genre: Simulation, Action
Sprache: English, Deutsch
Lizenz: Kommerziell
System: PC
Wertung: ?
Mr Creosote:
5/6
Gesamt:
5/6

Test von Mr Creosote (veröffentlicht 21.01.2001, geändert 16.08.2008):
Normalerweise mag ich keine Flugsimulationen. Sie sind meistens mit Optionen überladen, die sie "realistisch" machen sollen. Wenn ich also eine ausprobiere, und es nicht schaffe, ohne langes Studium der Anleitung abzuheben, dann höre ich einfach auf zu spielen. Aber Comanche ist da anders! Es befindet sich an der Grenze zum Actiongenre. Das Flugmodell ist nicht allzu realistisch, die Bedienung wurde stark vereinfacht.
Trotzdem sehe ich es als Simulation, weil es nicht ausschließlich auf schnelle Reflexe ankommt, sondern man eine Menge Taktik braucht, um die Missionen zu gewinnen.
Der Comanche ist kein fliegender Panzer wie der Apache. Das beeinflusst natürlich den Stil der Missionen. Frontalangriffe haben nur in den allerersten Missionen eine Chance. Später schießt einen der Gegner innerhalb von Sekunden vom Himmel, wenn man sich zu lange zeigt. Also muss man sich etwas anderes ausdenken.
Glücklicherweise sind die Vorgesetzten schlau genug, einen nicht zu Missionen auf offenem Gelände zu schicken, sondern es gibt immer viele Canyons und Täler. Und dort kann der Comanche seine wahren Stärken ausspielen: Sich unbemerkt anschleichen, einen Überraschungsangriff starten und genauso schnell wieder verschwinden.
Die Missionsziele sind normalerweise, etwas zu zerstören. Zuerst meistens einfach "alles kaputtmachen", später dann etwas spezifischer, wie z.B. ein paar stark bewachte Raketenabschussrampen zu zerstören.
Man hat dann die Wahl, ob man die umgebenden Panzer auch zerstört oder nicht Aber in den meisten Fällen wird man das nicht tun, denn die Anzahl an Raketen, die der Hubschrauber tragen kann ist natürlich begrenzt. Es gibt drei verschiedene Waffen: ein Maschinengewehr, Stingers und Hellfires.
Selbstverständlich kann man alle gegen alles benutzen, aber die spezifischen Fähigkeiten dieser Waffen prädestinieren sie schon für bestimmt Aufgaben. Manchmal bekommt man auch noch zwei weitere "Waffen": einen Wingman und Artillerie. Der Wingman folgt einem einfach und bleibt in Deckung bis man ihn anweist, seine Hellfires auf ein Ziel zu schießen. Er kann aber natürlich auch abgeschossen werden und dann sind seine Waffen verloren. Die Artillery funktioniert ähnlich: Man bestimmt ein Ziel und ein paar Sekunden später ist das Zielgebiet zerstört - inklusive einem selbst, wenn man sich nicht in sicherer Entfernung befindet!
Es ist nicht möglich, die Waffen, die man mitnehmen will, vor der Mission zu wählen. Das ist immer vorgegeben und man muss damit leben. Auch gibt es keine Möglichkeit, den Helikopter sonstwie zu manipulieren, damit er sich schneller dreht oder was auch immer. Nur ein Standardmodell steht zur Verfügung. Keine Notwendigkeit, die Einstellungen in stundenlanger Kleinarbeit zu optimieren, aber auch keine Möglichkeit - das wird richtige Simulationsfreaks vielleicht abschrecken!
Das Spiel ist in Kampagnen zu je 10 Missionen aufgeteilt. Sie müssen in einer bestimmten Reihenfolge erfüllt werden. Nicht immer wirklich eine nach der anderen. Manchmal kann man aus drei verschiedenen wählen, aber man muss sie trotzdem alle früher oder später schaffen. Aber wenn man irgendwo wirklich hängenbleibt, verhindert dieses System, dass man die folgenden Missionen überhaupt nicht erst probieren kann! Wenn man eine Kampagne gewinnt, bekommt man eine Medaille verliehen. Das hat zwar keine inhaltliche Funktion, macht sich aber gut neben dem Pilotennamen ;)
Aber die Tatsache, die das Spiel so berühmt machte ist etwas völlig anderes. Nämlich die Grafik!

Comanche war das erste Spiel, das eine "Voxel"-Engine benutzte. Voxel sind Pixel, zu denen eine dritte Dimension hinzugefügt wurde. Im Vergleich mit der damals üblichen Technik (Polygone), waren die Resultate einfach umwerfend! Und es ist immer noch beeindruckend, mit Höchstgeschwindigkeit über die Berge zu fliegen - das ist ein Gefühl, das Screenshots einfach nicht wiedergeben können! Der einzige Schönheitsfehler bei der Grafik ist der Mangel an wirklichen 3D-Objekten. Manchmal gibt es eine Brücke oder eine Pyramide, aber das war's auch schon. Und diese sehen wirklich nicht berühmt aus!
Die Erweiterungs-Disks fügen viele Missionen zu den originalen Zehn hinzu und ein paar kleine Verbesserungen wurden mit der zweiten auch eingeführt. In diesen Missionen kann man dann Reflektionen auf dem Wasser sehen, es gibt mehr Wettertypen und so weiter.


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