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[Übersetzung] Command & Conquer (PC)

Posted at 11:58 on November 30th, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Bachelor Gumby
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Ausgangstext: http://www.goodolddays.net/game/id%2C1131/Command+%26+Conquer.html
Von: ss2man44

Übersetzung:
Kommandieren und – verdammt noch mal – Erobern (engl. „Command and Conquer“, C&C). Ich wage zu behaupten, dass das hier das „DOOM“ aller Echtzeit-Strategiespiele ist. Command and Conquer war vielleicht nicht das Erste seiner Art, aber es war mit Sicherheit das Erste, dass so reingehauen hat und beliebt war. Ein gegenwärtiger Schauplatz, kinofilmartige Zwischensequenzen, tempogeladenes Gameplay und atemberaubender Digitalsound kamen alle zusammen um eine Erfahrung zu krönen, welche nicht nur die Echtzeit-Strategiespiele in den Mainstream katapultieren würde, sondern auch die ganzen Uni-Netzwerke überall verstopfen würde.

Auch ohne eigenen historischen Zusammenhang mit dem Spiel, ich wurde lange nach der Veröffentlichung von Command & Conquer geboren, kann Ich trotzdem stolz rumprahlen wieviel Zeit und Jux ich mit diesem Spiel hatte und wie ich es gespielt habe wann immer ich konnte. Vom coolen Installationsprozess und dem Setup-Programm bis hin zu den erinnerungswürdigen Soundfetzen der Einheiten hat sich dieser Klassiker in mein Gehirn regelrecht imprägniert. Wenn ich das „Yo“ höre, welches die Einheiten von sich geben, erzeugt dass ein pawlow’sches Zucken bei mir. Um es mal anders zu sagen: Auch wenn es nicht unbedingt mein Lieblingsteil der Serie ist, so ist es doch der einzige Teil, den ich jemals tatsächlich ganz durchgespielt habe.

Für einen Haufen PC-Gamer bedarf Command and Conquer keiner Erklärung, aber ich werde trotzdem grob schildern worum es geht und auf einige Sachen deuten, die mir so richtig aufgefallen sind.

Das Spiel ist in den 90ern angesetzt und es gibt zwei Fraktionen, GDI (Global Defense Initiative) und NOD (The Brotherhood of Nod). Diese beiden bekriegen sich unerbittlich um diese wahnsinnig wertvolle Alien-Substanz namens „Tiberium“. Wobei NOD ein terroristisches Unternehmen ist, unter Leitung eines hoch-charismatischen Anführers der das Tiberium in seinen Besitz bringen möchte um die Evolution der Menschheit zu beschleunigen – und GDI die Antwort der vereinten Nationen (UN) auf NOD’s extremistische und bösartige Machenschaften.

Das Spiel präsentiert sich aus der Vogelperspektive und zeigt ein Schlachtfeld, worauf der Spieler dann eine Reihe von Aufgaben erfüllen muss. Die, für die damaligen Verhältnisse, hochqualitativen kinofilmartigen Zwischensequenzen dienen dazu dem Spieler vor jeder Mission seine Ziele zu veranschaulichen. Command and Conquer bereitete hiermit den Weg für das Konzept der echtfilm Zwischensequenzen in Videospielen. Die Maus dient als Hauptbedienungsmittel des Spiels, hiermit kann der Spieler auf der Karte navigieren, Einheiten auswählen, Angriffs- und Bewegungsbefehle geben, Gebäude aussuchen, platzieren und konstruieren. Anders als bei dem rundenbasierten Titel „Civilization“ findet Command and Conquer in Echtzeit statt. Das bedeutet, dass der Spieler stets pressiert wird zu handeln, er muss mit seinen Füßen denken und kann sich nicht ewig Zeit lassen – im Gegensatz zu einem gemütlich zelebrierten Schachspiel.

Das Konzept in Command and Conquer war nicht unbedingt neu. Westwood hatte bereits mit der Spielserie „Dune“, welche vergleichbares Gameplay aufwies, ein ähnliches Setting hatte und auch von einer terroristischen Bedrohung handelte – die zur Popularität des Franchises beitrug – ein ähnliches Spiel abgeliefert. Command and Conquer baut hierauf auf, mit Hinzufügung einiger Comfort-Optionen und Handhabungsverbesserungen welche das Gesamtbild abrunden. Command & Conquer erschien während des Golfkrieges, war somit attraktiv auf dem amerikanischen Markt wegen der politischen Zeitgemäßheit, und bot einige neue Funktionen wie das Auswählen mehrerer Einheiten auf einmal.

Die größte Stärke Command and Conquer’s ist meiner Meinung nach der exorbitante Soundtrack von Frank Klepacki, einer regelrechten Branchenlegende. Er würde später auch für den Nachfolger „Red Alert“ einige Tracks hinlegen, wie zum Beispiel den Klassiker „Hell March“. Die hämmernden Industrial-Techno-Rhythmen und das actiongeladene Gameplay C&C’s komplementieren sich großartig und befördern den Verstand erstaunlich gut in das Schlachtgetümmel – trotz der geringen Auflösung der DOS-basierten Erstveröffentlichung. Der Soundtrack ist einer der Wenigen die auf meinem Handy gelandet sind. Ich hau mir gerne die Tracks „Act on Instinct“ und „Mechanical Man“ mal so nebenbei rein. Ernsthaft: Sucht die Stücke mal und hört sie euch an, ihr werdet nicht enttäuscht sein, sie triefen nur so mit schmackhaftem 90er Trash-Action-Aroma.

Ich will auch noch anmerken, dass mir während dem erneutem Zocken aufgefallen ist wie gut die ersten Missionen der beiden Fraktionen diese vorstellen und ihre ideale etablieren. Bei GDI hat man in der ersten Mission einen kleinen Kampftrupp und muss einen Brückenkopf einnehmen, um eine Basis für die Ausjätung der, im nahe gelegenen Wald verschanzten, Aufständischen zu errichten. NOD Spieler müssen dagegen in der ersten Mission in einem Wüstencanyon und in einem Dorf Randale schieben, um einen mächtigen Revoluzzer umzulegen, die nicht mit ihren Machenschaften einverstanden ist. Mir ist das noch nie zuvor aufgefallen, aber die Missionen sind wirklich effektiv darin einen grundlegenden Ersteindruck zu schaffen, der die beiden Fraktionen ethisch voneinander unterscheidet – ohne den Hauptfokus auf die Einheiten und Gebäude zu legen, wie das bei modernen Titeln oft der Fall ist.

Command and Conquer ist nicht perfekt. Das Pathfinding der Einheiten, AI-Fehler, geringe Auflösung und alberne Stimmen-Vertonung sind nicht gut, aber das Spiel ist an sich gut gealtert im Vergleich zu den meisten Games aus den Mitt-90ern. Trotz der Fan-Patches, die die Windows 95 Version auf Windows 10 zum laufen bringen und des fantastischen OpenRA Projekts, welches C&C von Grund auf neu konstruiert, konnte ich fast nicht aufhören die DOS Version zu spielen, weil es so Spaßig ist und total süchtig macht.

Es gibt Freeware Veröffentlichungen und viele Methoden an das Spiel zu kommen, Ich empfehle Ihr downloadet euch das Game und probiert es mal aus. Wenn nicht wegen dem unendlich langem Wiederspielwert mit Multiplayer (CNCNet und OpenRA haben immernoch aktive Spieler) und Community-Maps, dann um einfach mal einen der wichtigsten Videospieltitel den es je gab erlebt zu haben.
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Edited by pepsiman at 12:03 on November 30th, 2017
Posted at 18:39 on December 3rd, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Reborn Gumby
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Ich glaube, hier hast du an einer Stelle den Sinn umgedreht. Ich schlage deshalb folgende Umformulierung vor:

Quote:
Westwood hatte bereits mit der Spielserie Dune, welche vergleichbares Gameplay aufwies, ein ähnliches Spiel abgeliefert. Doch das Setting um eine terroristische Bedrohung trug zur Popularität des Franchises bei, genau wie die Hinzufügung einiger Komfort-Optionen und Handhabungsverbesserungen, welche das Gesamtbild abrunden.


(Inhaltlich ist der folgende Verweis auf den 2. Golfkrieg meines Erachtens falsch, der war bereits lange vorüber; doch sowas ist natürlich nicht Teil einer Übersetzung.)
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Posted at 19:13 on December 3rd, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Bachelor Gumby
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Habe "[...]new franchise's popularity [...]" überlesen.

Ist gut, kannst du implementieren! Danke fürs Korrekturlesen.

EDIT: Ja Golfkrieg war vorbei. Aber er hat indirekt Recht, der Krieg war noch sehr prävalent im Zeitgeist Mitte der 90er (zumindest von dem was ich so als Kind mitbekommen habe).

Vielleicht kann man ihn ja aufspüren und ihm sagen dass er sich vertan hat? Da haben bestimmt alle Beteiligten total Bock drauf. Höhöhö.
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Edited by pepsiman at 19:30 on December 3rd, 2017
Posted at 19:49 on December 3rd, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Reborn Gumby
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Nicht ganz sicher bin ich auch bei der Angabe seines Alters. Also ob er wirklich meint, er sei später geboren oder aber er sei noch nicht in dem Alter für das Spiel gewesen, als es herauskam. Lassen wir es mal so, wie du es interpretiert hast.

Solche inhaltlichen Unklarheiten müssten eigentlich vor Veröffentlichung diskutiert werden. Wurde hier aber anscheinend versäumt.

Finde überhaupt einige Aussagen und Bewertungen des Texts sehr fraglich. Doch das ist ja eine andere Geschichte.
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Posted at 20:25 on December 3rd, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Bachelor Gumby
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Ja der Text ist vielleicht etwas "schnippisch". "Schach ist doof", "Golfkrieg begeistert die Amerikaner", "Uni-Netzwerke sind voll von C&C Datenverkehr" (woher weiß er das überhaupt, wenn er gar nicht geboren war? Vielleicht war seine Hauptquelle sein Vater oder das Internet).

Ich glaube er wollte etwas übertriebenes und lustiges schreiben, das merkt man schon im ersten Satz. Ein hochqualitatives Review ist es natürlich nicht... aber eigenartigerweise fasst genau diese Einstellung den Kern von C&C ziemlich gut zusammen, brutal und dumm, so waren die Neunziger. Wenn man das Review nicht ganz ernst nimmt ist es OK (besser als keins!), und es hat einen interessanten Aspekt. Das Gamedesign mit den Fraktionen wird angesprochen und etwas interessantes darüber geschrieben (wie die Fraktionen etabliert werden, und welche Mittel dafür eingesetzt werden im Kontrast zu heute).

Ich denke man kann es drin lassen. Wenn es irgendwann 5 C&C Reviews gibt, dann könnte man es ja "unter den Teppich kehren". Vielleicht motiviert es ja Jemanden zu sagen "das kann ich aber besser!". ;)
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Edited by pepsiman at 21:15 on December 3rd, 2017
Posted at 08:09 on December 4th, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Reborn Gumby
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Na gut, das mit dem Golfkrieg bewertet er ja nicht weiter. Als Beobachtung mag das (vereinfacht) ja sogar zutreffen: militaristischer Zeitgeist, Weltpolizeirolle nach Ende des Kalten Krieges usw.

Aber du hast schon Recht: Er käut im Prinzip einfach altbekannte und weitverbreitete Meinungen wieder. Solche Reviews finde ich immer ziemlich redundant. Aber, nicht unwichtiger Seitenaspekt, genau das ist es meines Erachtens, was die meisten Besucher auch lesen möchten: Eine Bestätigung ihrer eigenen verklärten Erinnerungen. Oder dem, was sie nach 10 Youtube-Videos, Wikipedia usw. für ihre eigenen Erinnerungen halten. Insofern kann es sogar genau den gewünschten Nerv treffen.

Auf weitere Reviews würde ich da auch eher nicht hoffen, denn das ist nun mal wie gerade Neulinge üblich schreiben. Siehe beispielsweise Duke Nukem 3D: drei Reviews, aber so richtig gut ist meines Erachtens keiner.

Der erste: nichtssagend. Der zweite ist immerhin ziemlich detailliert in seiner Beschreibung, vergisst dabei aber das Große und Ganze, das man sich im besten Fall implizit aus den vielen aufgezählten Spitzfindigkeiten selbst herausziehen kann. Der dritte fügt dem Ganzen exakt gar nichts hinzu. Warum wird der trotzdem aktzeptiert? Weil er ja auch akzeptiert worden wäre, wenn es noch keinen gegeben hätte. Und den dann später abzulehnen, wäre ja auch unfair.

Denn: Wir haben hier in dem Sinne keine Qualitätsstandards. Solange Jemand ausführlich genug und prinzipiell nachvollziehbar über das Spiel schreibt, ist es akzeptabel.

Die Idee, das mehr inhaltlich zu bewerten, wird alle paar Jahre intern mal aufgeworfen. Doch es wird meines Erachtens niemals geschehen, solange wir hobbymäßig dabei sind. Denn Leute abzulehnen oder ihnen beizupuhlen, dass sie noch ein paar Schaufeln drauflegen müssen, ist unangenehm. Es führt zu hässlichen Diskussionen, die schnell persönlich werden. Das möchte niemand freiwillig in seiner Freizeit „managen“.

Und außerdem, was geschieht dann mit all den alten Reviews, die ehrlich gesagt genauso sind? Kommen die dann weg? Wer bewertet das? Die Autoren sind größtenteils nicht mehr greifbar, sie hätten also keine Chance zum Nachbessern (soweit nicht von mir selbst, da gibt es auch eine Menge Karteileichen). Selbst wenn wir das machen, was ist dann mit den Spieleinträgen, die plötzlich ohne Review sind? Löschen? Bisschen schade. Selbst nacharbeiten mit einem neuen Text? Dann müsste man erstmal alles ausreichend gut kennen. Und nicht zu vergessen kommt da wieder die Freiwilligkeit ins Spiel: Hat man Lust, genau über diese Spiele zu schreiben?

Selbst das Ersetzen der objektiv einfach zu kurzen Reviews, das wir wirklich mal ernsthaft angefangen haben (siehe „Review-Archiv“), ist ja wieder ins Stocken geraten. Genau aus den Gründen. Ein neues, ausreichend langes, aber völlig gelangweiltes Review tut's ja qualitativ auch wieder nicht…
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Edited by Mr Creosote at 08:45 on December 4th, 2017
Posted at 20:33 on December 4th, 2017 | Quote | Edit | Delete
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Bachelor Gumby
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Du machst das schon richtig. Ich denke man lässt mal ein schlechtes Review durch und lernt dann aus den Konsequenzen (oder vielleicht auch was man ursprünglich überhaupt wollte).

Tu dein Bestes eine klare Vision zu vermitteln (du bist sehr deutlich, das hilft dir), und die Leute werden sich schon von alleine "zurechtbatschen".

Zum Glück bin ich zurzeit nur als Übersetzer tätig und muss mir keine Gedanken machen. Ich habe mir für die nächste Zeit meine eigenen Gedanken zum Feind gemacht, flieg Autopilot und sehe durch die Augen Anderer. :D
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Edited by pepsiman at 20:37 on December 4th, 2017
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