Myst
für PC
Auch verfügbar für: Amiga (AGA)

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RetroBunny:
Firma: Cyan / Brøderbund
Jahr: 1993
Genre: Adventure, Denkspiel
Thema: Abstrakt / Sonstige Fantasy
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 33281
Rezension von RetroBunny (22.10.2018)
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Mein Verhältnis zu Myst ist ein etwas Zwiespältiges. Als ich das Spiel das erste Mal sah, war ich natürlich schon hingerissen von seinen schicken, in 3D gerenderten Grafiken. So etwas war zu dieser Zeit wirklich noch etwas Neues, da die Computer bisher kaum mit 3D umgehen konnten. Das Spiel dann aber auch tatsächlich zu spielen, war dann aber etwas anders als erhofft.

OK, fangen wir mal vorne an… die Grafik: Myst sieht erstmal einfach viel besser aus als andere Spiele seiner Zeit. Der Grund war auch ganz logisch, denn die Entwickler haben uns Spieler hier eigentlich beschissen. All die schönen 3D-Szenen von Myst wurden nicht live von der Grafikkarte im Rechner des Spielers erzeugt, sondern entstanden beim Entwickler, wurden vorgerendert. Der Spieler „bewegte“ sich durch die Spielwelt, indem er auf einem statischen Bild in eine bestimmte Richtung klickt und dann ein weiteres, anderes statisches Bild erhält. An manchen Stellen, Büchern oder Brunnen wurden dann noch QuickTime-Videos eingebaut, um die Umwelt wenigstens ein wenig bewegt erscheinen zu lassen. Auch konnte man ab und an mal einen Knopf drücken oder einen Schalter betätigen, aber insgesamt bestand das Spiel trotzdem zu einem Großteil aus Einzelbildern.

Diese Mischung aus gerenderten Bildern, ein paar Videos und verstreuten interaktiven Elementen verleiht dem Spiel in meinen Augen insgesamt eine sehr unnatürliche und seltsame Stimmung, sobald man über den ersten WOW-Effekt hinweg ist. Dazu kommt mein nun eigentlicher Kritikpunkt… das Gameplay:

Anders als bei den meisten anderen Adventurespielen besitzt gibt es in Myst kein Inventar für Gegenstände, keinen Tod und auch keinerlei Dialogszenen. Obwohl die Puzzles kaum direkte Verbindung zur Spielumgebung haben, sind sie doch alle recht ähnlich gestaltet. Viele Puzzle sind dann auch so schwer, dass sie dazu führen, dass viele Spieler sogar das Spiel niemals bis zum Ende durchgespielt haben. Ja, ich weiß schon, dass schwere Puzzles manchmal cool sind, aber in Myst verhindern sie meiner Meinung nach einfach, dass der Spieler wirklich in die Spielwelt eintauchen kann. Es war ok, aber auch nicht mehr. Myst ist eines der Spiele, die man unbedingt haben will, dann aber relativ schnell die Lust dran verliert.

Heute, denke ich mal, ist Myst ein ganz nettes Museumsstück in meiner Sammlung. Man hat manchmal das Bedürfnis, aus reiner Nostalgie mal wieder draufzuschauen, aber man spielt dann doch nie wirklich das Spiel. Ja, es ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll.

Kommentare (1) [Kommentar schreiben]

Moebius:
Never really played it, though heard of it a lot of course and seen some of the screenshots a number of times. Was gonna play it recently, though didn't find a quick way to run the original game on OS later than XP. There is also a desktop edition which came out in 1998 i believe, but that one too doesn't run on 64-bit OS. I guess i will either have to try DOSBox with pre-installed Win 3.1 or VirtualBox with XP.
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