Bi-Fi Roll: Action in Hollywood
für Amiga (OCS/ECS)

Mr Creosote:
Firma: Freelance Development / Art Department
Jahr: 1994
Genre: Adventure
Thema: Humor / Krimi / Werbespiel
Sprache: Deutsch
Lizenz: Freeware
Aufrufe: 227
Rezension von Mr Creosote (25.09.2021)
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Nach erfolgter Abwendung der Apokalypse backt unser Held Lucas nun kleinere Brötchen. Er nimmt einen Ferienjob als Botenjunge an. In dieser Funktion soll er eiligst das Drehbuch für den neuen Bi-Fi zum Filmstudio bringen. Doch der Direktor ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Wartezeit überbrückt sich Lucas, indem er beim Dreh anderer Produktionen zuschaut. Doch es läuft verdächtig viel schief. Sind hier etwas düstere Kräfte am Werk?

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Klassischer Beginn einer Heldenreise

Gegenüber dem ersten Teil hat sich spielerisch wie stilistisch Einiges geändert. Der Genremix ist einem reinrassigen Point-&-Click-Adventure gewichen, wie man es zu der Zeit vom Art Department gewohnt war. Marktkonsolidierung am Werk.

Geradezu prophetisch dabei, dass der Protagonist als Botenjunge charakterisiert wird, denn darin bestehen im Spielverlauf mindestens die Hälfte der Spieleraufgaben. Eine Tonspule muss zum Techniker gebracht werden. Dann überbringen wir ein Memo dem Spezialisten. Ansonsten muss hier und da bei den Drehs ausgeholfen werden. Wozu sich ein paar gut in den Räumlichkeiten versteckte Objekte als notwendig erweisen. Also alles nicht unbedingt aufregend, aber immerhin routiniert abgespult.

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Ja, ganz lustig

Apropos Drehs: Das Bemühen um Komik mittels „Verarschungen“ ist sichtbar (Raumschiff Enterprise, Beverly Hills 90210, Rambo, Alien und Jurassic Park werden hier gleichzeitig gedreht), ist aber derart schal, dass diesbezüglich nicht einmal ein Lächeln herausspringt. Je nach Geschmack etwas besser gelingen ein paar andere kleine Scherzchen an der Peripherie des Hauptinhalts – wie beispielsweise die Party-Rentergang oder Lucas' Reaktion auf einige Spielerbefehle.

Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus, wie trotz zahlreich vorhandener Charaktere entgegen dem Zeitgeist die Dialoge niemals überhand nehmen. Zwar lösen sich eine ganze Reihe der Probleme mittels Unterhaltungen, doch man kommt dabei schnell zur Sache und auf den Punkt. Wirklich erleichternd in einem Genre, das zu dieser Zeit begann, ermüdend verquatscht zu werden.

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Deutsche Grammatik und englische Rechtschreibung mangelhaft

Bi-Fi-Werbung ist natürlich allgegenwärtig, aber niemals wirklich in das Spiel eingebunden. Hier hängt ein Werbeplakat, in der Kantine gibt es Snacks zu kaufen… aber letztlich ergibt sich weder im Plot irgendein spezifischer Bezug auf genau diesen Werbeträger oder in den Rätseln die zwingende Notwendigkeit für den Einsatz dieser Nahrungsmittel. Nein, der steckengebliebene Darsteller wird nicht mit Salamifett befreit.

Es führt kein Weg um diese Erkenntnis: Action in Hollywood ist Fließbandware. Der etwas anarchische Charme des Vorgängers ist verloren gegangen, aber auf rein messbare Kriterien reduziert ist dies das leicht bessere Spiel. Im Rahmen des Werbegenres ist Action in Hollywood durchaus über dem Durchschnitt einzuschätzen. Schon allein durch den gering gehaltenen Fremdschämfaktor. Kein Meister-, aber akzeptables Handwerk.

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