Hugo II: Whodunit?
für PC (DOS)

Mr Creosote:
Weitere Titel: Hugo's Who Done It?
Firma: Gray Design Associates
Jahr: 1992
Genre: Adventure
Thema: Humor / Krimi
Sprache: English
Lizenz: Shareware
Aufrufe: 596
Rezension von Mr Creosote (20.10.2021)
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Irgendwie hatte Hugo's House of Horrors eine Fanbasis aufgebaut. Doch anstatt des offensichtlichen Nachfolgers verlegte Autor David Gray die Handlung in das urbritische Genre der Landhauskrimis. Es blieb aber immerhin bei der humorvollen Distanz zum eigenen Werk, die den ersten Teil einigermaßen spielbar machte. Entsprechend kommt es hier beispielsweise zu einem köstlichen zweiten Treffen mit dem alten Mann und seinen Rätselfragen.

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Klares Motiv!

Onkel Horace ist ein ziemlich dufter Typ. Er akzeptiert, seine Nichte Penelope mit ihrem Freund Hugo ein Zimmer teilen zu lassen. Jener freut sich schon auf das große Doppelbett, aber als er bei Ankunft etwas zu genau das flotte Hausmädchen angestarrt hat, bekam Penelope leider Kopfschmerzen. Hugo bleibt nichts anderes, als sich im Bücherregal zu bedienen und… verschwindet. Ach ja, und Onkel Horace wurde wohl erstochen. Das muss Penelope genauer untersuchen!

Ein mechanisches Problem des Vorgängers wurde immerhin ausgeräumt: Ein LOOK-Befehl gibt eine nützliche Raumbeschreibung aus, inklusive einer expliziten Liste der relevanten Objekte. Ansonsten ist das bekannte Spielsystem am Werk, selbst ganze Sprites und Hintergrundgrafiken wurden wiederverwendet. Dies ist der Grund, dass es in diesem Spiel einen Hund gibt.

Das zweite Hugo/Penelope-Spiel schraubt die Spielzeit deutlich hoch, aber leider verlässt es sich dabei auf die übelstvorstellbaren Mittel. Dass man sich in der Mitte des Spiels durch ein langatmiges Heckenlabyrinth kämpfen muss, ist dabei nicht einmal das eigentliche Problem. Vielmehr weiß man nicht einmal, was man dort überhaupt sucht und wie viele Dinge es zu finden gibt. Salz in die offene Wunde wird dann kurz darauf nachgestreut, wenn man eine Brücke zu überqueren hat.

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Viel Erfolg!

Ja, wenn man ein bisschen schummelt, kommt man irgendwie auf die andere Seite. Aber wiederum: Im echten Leben wäre das überhaupt kein Problem. Im Spiel wird jeder Schritt nur gefährlich, da eine blöde grafische Perspektive mit unlogischer Kollisionsabfrage gepaart wird. Und wo das erste King's Quest immerhin den Anstand hatte, das Monster aus dem Burggraben den Spieler prompt verspeisen zu lassen, wenn er einen falschen Schritt tat, lässt dieses Spiel einen weitermachen, bis man dann kurz vor Schluss erkennen muss, dass alles bereits seit Langem verloren war. Und um noch einen draufzulegen, muss man noch später einen Abgrund mittels eines für den Spieler unsichtbaren Weges überqueren. Unsichtbar für den Spieler, aber er müsste sich im direkten Blickfeld der Protagonistin befinden. Rätseldesign aus der Hölle.

So entwickelt sich das Spiel leider zu einer lästigen Pflichtübung. Der Plot reißt es auch nicht heraus, insbesondere da sich das Ende als lahme Wendung entpuppt, die Penelope der Möglichkeit beraubt, den Spieß des ersten Teils umzudrehen und diesmal Hugo zu retten. Ironischerweise tauchen direkt vor Schluss, nachdem man sich durch all diesen zusammenhanglosen Unsinn gekämpft hat, doch noch zwei thematisch angemessene, nette kleine Rätsel auf, wenn man Indizien für Mordmotive durch Ablenkung anderer Charaktere aufgetan werden müssen.

Das entschädigt keinesfalls ausreichend. Doch immerhin zeigt es, was hätte sein können: ein schönes, kleines Spiel mit harmlos-ironischem Blick auf dieses uns allen so teure Genre. Keinesfalls kratzt hier irgendetwas am Meisterwerkstatus, aber „kurz und schnell vergessen“ wäre doch schonmal viel besser gewesen als „endlos frustrierend“.

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