Plunderball
für CD-i

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Mr Creosote:
Firma: OlderGames
Jahr: 2002
Genre: Action
Thema: Multiplayer / Science Fiction
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 361
Rezension von Mr Creosote (11.06.2022)
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Plunderball wurde bereits Anfang der 90er Jahre entwickelt, dann aber aus unbekannten Gründen nicht veröffentlicht. Schließlich erbarmte sich jemand lange nach dem kommerziellen Tod des Philips CD-i, allerdings in der toten Phase lange bevor es „retro“ und damit wieder interessant wurde. Es handelt sich um ein Flipperspiel, das – angesichts des einzigen anderen Genrerivalen namens Pinball – konkurrenzlos gut auf dem System gewesen wäre.

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Schilde aktivieren!

Was erstmal keine große Leistung sein mag, doch auch in absolten Maßstäben ist Plunderball ein brauchbares Spiel. Über das Science-Fiction-Thema hinaus bietet es sogar einen vollständiden Plot. Der Pirat mit einem Herzen aus Gold rettet die Prinzessin. Na ja, Preise gewinnt man damit nicht und die Schauspielerei (ja, sie haben kleine Videoclips mit echten Darstellern), die Kostüme und die sonstige Ausstattung mögen eher amüsant als ernstzunehmend sein, aber generell sind Flipper, die ihre mechanische Logik einer Geschichte unterordnen, schon mein Ding!

Das Spiel erstreckt sich über drei miteinander verbundene Tische, die jeweils andere Teile der Reise repräsentieren. Jeder Tisch teilt sich wiederum in verschiedene vertikale Abschnitte mit eigenen Schlägern. Auf dem ersten Tisch repräsentiert beispielsweise der untere Teil den Heimatplaneten der Prinzessin, wo man den König treffen und sich neu ausrüsten kann (Extrakugeln usw.). Schießt man nach oben, findet man sich im Orbit eines Schmugglermonds wieder, wo man in einer verrauchten Bar die notwendigen Sprungkoordinaten erfahren kann. Der folgende Hyperraumsprung (dritter Abschnitt) ist nicht einfach zu meisten, da man erstmal durch ein Asteroidenfeld muss. Schließlich gelingt er (d.h. wir bewegen uns zum zweiten Tisch).

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Gerade nochmal gutgegangen!

Das Treffen bestimmter Ziele löst die erwähnten Videoclips aus. Diese ersetzen das sonst übliche Schriftlaufbahn anderer Flipper. Sie geben also Informationen zum aktuellen Spielstatus, Boni oder Hinweise, wo man als nächstes hinzielen sollte. Großer Vorteil des gewählten Mediums, über den inhärenten Unterhaltungswert hinaus, ist, dass es die Flipperaction solange eingefroren wird. Man kann also gefahrlos zuschauen.

Die Spielphysik geht Alles in Allen in Ordnung, mit den besten des Genres kann sie jedoch nicht mithalten. Die Kugel fühlt sich recht leicht an. Alle Tische beinhalten sich bewegende Ziele, oder eher Hindernisse. Negativ fallen dagegen die riesenhaften Bumper genau in der Mitte der Tische auf. Davon abgesehen sind die Layouts gut durchdacht und entsprechend spielbar.

Es überracht, dass es nur zwei Flipperspiele auf dem CD-i gab. Die Hardware war eigentlich wie dafür gemacht, insbesondere angesichts der beschränkten Animationsmöglichkeiten und dem Standardcontroller. Dies mit Videos, einer der erklärten Stärken des CD-i, zu kombineren, war gar nicht mal so blöd. Plunderball eröffnet keine weltbewegend neuen Perspektiven, aber es unterhält!

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