Speedball 2: Brutal Deluxe
für Amiga (OCS/ECS)
Auch verfügbar für: Atari ST

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Mr Creosote:
Firma: Bitmap Brothers
Jahr: 1990
Genre: Sport
Thema: Geschäftswelt / Multiplayer / Science Fiction / Mannschaftssportarten
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 328
Rezension von Mr Creosote (09.07.2022)
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Brutal Deluxedas Spiel, das die bereits allseits beliebten Bitmap Brothers endgültig ihren Superstarruhm einbrachte. Das eine Spiel, an das sich jeder erinnert, das eine Spiel, das immer wieder neu aufgelegt wird. Aber wann habt ihr es eigentlich zum letzten Mal gespielt? Also, jetzt mal ehrlich bitte. Wirklich, so viele Jahre ist das her? Echt schade, denn, Junge, macht das immer noch einen Mordsspaß!

Zwar befinden wir uns hier noch auf der von Speedball etablierten Grundidee, doch dieser Nachfolger geht nicht nur in die Breite, sondern verbessert die Spielbarkeit um eine Größenordnung, in der sich ein „für Fans des ersten Teils empfohlen“ verbietet.

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Die Kombination aus einem größeren Spielfeld, aber näherem Blickpunkt macht die Sache schonmal interessant. Der Überblick lässt erstmal zu wünschen übrig, auch da man dem Genrestandard des Spielfeldradars nicht gefolgt ist. Die computergesteuerten Mitspieler verhalten sich jedoch vorbildlich klug und vorhersehbar. So sind recht komplexe, flüssige Spielzüge mit ein wenig Erfahrung plan- und durchführbar.

Vor diesem Hintergrund ist es beinahe schade, wie effektiv es ist, gegnerische Spieler nach ein paar Partien einfach niederzutrampeln. Entweder müssen dazu die vorhandenen Spieler verstärkt oder neue Stars vom Transfermarkt eingekauft werden. Mit entsprechend starken Werten ausgestattet, durchbricht man die Verteidigungslinien dann leicht.

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Fu Man Chu wäre eine gute Ergänzung für's Team!

In dieser Hinsicht haben die Grafiker die Wahl für die Spieler getroffen. Der Transfermarkt ist bereits durch die interessanten Gesichter attraktiv, mit denen man seine ursprünglichen Allerweltsfressen ersetzen kann. Intuitiv werden einem damit sinnvolle Entscheidungen nahegelegt, denn tatsächlich ist dieses Vorgehen auch finanziell effektiver als das Aufrüsten alter Spieler.

Das Layout der Spielfelder ist nun statisch, aber dafür haben sie einige Besonderheiten hinzugewonnen. Punkte kann man nicht nur durch Tore bekommen und ein hart umkämpfter Multiplikator kann Partien entscheiden. Letzterer befindet sich nicht etwa auf dem Weg zum Tor, so dass man sich in den kurzen Partien (90 Sekunden!) schon sehr genau überlegen muss, wo man sich hinbewegt.

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Im Punkte-Hintertreffen und nun auch noch ein Verletzter

Wie bereits im Vorgänger gilt es natürlich zu gewinnen, aber letztlich reicht das nicht, solange man nicht auch auf die zufällig auf dem Spielfeld erscheinenden Münzen Acht gibt. Ohne Geldnachschub werden die folgenden Spiele nicht gut enden. Außer Geld finden sich auch noch diverse Power-Ups auf dem Spielfeld.

In der oberen der beiden Ligen sind die Computergegner auch für geübte Spieler fähige Kontrahenten. Die richtige Party beginnt aber natürlich erst, wenn zwei menschliche Teams aufeinander treffen. Im Kern ist dies ein Multiplayerspiel und Taktiken wie das systematische Verletzen der Gegenspieler (das mit Punkten belohnt wird!) ergeben erst dann richtig Sinn.

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So abgedroschen es klingt, so richtige Kritikpunkte finden sich einfach nicht. Es spielt sich wunderbar, sieht sowohl auf Screenshots (die Grafiker wussten echt, wie man die Spieler in coole Posen stellt), als auch in Bewegung toll aus… wenn man denn wirklich Haarspalterei betreiben will, dann könnte man sich wünschen, die Individualität der Gesichter auf dem Transfermarkt würde sich auch auf die Darstellung der Spieler in den Partien übertragen. Und auch der Sound ist leicht enttäuschend. Klar, die Titelmusik ist super und der Eisverkäufer im Stadion ist ein Klassiker, aber die Soundeffekte im Spiel wirken doch sehr nach Archiv. Musik gibt es während der Partien gar nicht mehr! Zuguterletzt ist das AGA-„Upgrade“ ein paar Jahre später übel in die Hose gegangen, da dort wohl der gleiche Farbenblinde am Werk war, der schon Chaos Engine mit Bonbonfarben überzogen hat.

Letzteres nimmt der Originalversion jedoch nichts und alles Vorhergehende nagt ebenfalls nicht ernsthaft am Spielspaß. Speedball 2 ist schnell, leicht zu lernen, fordernd, beinahe markellos produzuert und – das Wichtigste von Allem – hervorragend spielbar. Es ist nicht nur das beste Sportspiel seiner Zeit. Die Zeit hat ihm nichts genommen!

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