Stronghold
für PC (DOS)

Mr Creosote:Besucherwertung:
6/6
Firma: SSI
Jahr: 1993
Genre: Strategie, Rollenspiel
Thema: Umsetzung eines anderen Mediums / Politik / Krieg / Schwerter & Magie
Sprache: English, Deutsch
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 33604
Rezension von Mr Creosote (15.12.2000)
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Dieses Spiel verdient es wirklich, „Echtzeitstrategie“ genannt zu werden! Aber wenn ich es so nennen würde, würden fast alle Leser einen völlig falschen Eindruck davon kriegen, wie das Spiel wirklich ist, weil dieser Term meiner Meinung nach völlig falsch benutzt wird. Spiele wie die Command & Conquer- oder die Age of Empires-Reihe verlangen nicht viel Nachdenken. Es kommt nur auf die Schnelligkeit an! Und selbst wenn es anders wäre, wäre das Wort „Strategie“ immer noch falsch, weil es dann hauptsächlich Taktik wäre!

Aber Stronghold ist dagegen ein wirkliches Echtzeitstrategiespiel, wenn man von der Grundbedeutung der Worte ausgeht. Man baut sein Reich in Echtzeit auf. Der Blickwinkel ist außergewöhnlich: Es ist in 3D! Die Karte ist in Vierecke aufgeteilt, und wenn man eines anwählt, bekommt man einen Panoramablick auf die Landschaft. Die Erweiterung des Landes läuft durch das Schicken von Einwohnern in andere „Bildschirme“. Dort angekommen gibt man ihnen Bauaufträge für Gebäude. Davon gibt es eine große Palette, also gibt es genug zum Erforschen und Ausprobieren.

Man muss ein Auge auf die Goldreserven, die verfügbaren Unterkünfte, Nahrungsversorgung und noch viel mehr haben! Wenn man alle Bedürfnisse befriedigt, steigt die eigene Popularität und die Bevölkerung wächst. Und das ist der Schlüssel, das Spiel zu gewinnen.

Ein D&D-Hintergrund wurde benutzt, also hat alles einen Fantasy-Touch. Es gibt verschiedene Rassen. Ich kenne die D&D-Regeln zwar nicht, aber es kommt mir schon ein bisschen komisch vor „Zwerge“ neben „Kämpfern“ zu finden. Ich glaube kaum, dass man Kämpfer als „Rasse“ bezeichnen kann, mehr eine Charakterklasse vielleicht. Und können Zwerge nicht auch Kämpfer sein? Das verdirbt einem zwar nicht den Spaß, aber seltsam ist es trotzdem...

Aber was wäre eine Fantasywelt ohne böse Monster? Nichts! Deshalb sind auch diese enthalten. Sie sind in Intelligenzgruppen aufgeteilt von sehr dumm, also einfach nur wild rumrennend (z.B. Riesenameisen), bis zu extrem intelligent, also selbst staatenbildend und gebäudebauend. Der schlauste Gegner ist „Mindark“, ein böser Zauberer. Aber aus irgendeinem Grund scheint das Verhältnis zwischen Intelligenz und Gefährlichkeit antiproportional zu sein! Mindark ist im Vergleich zu primitiven Kreaturen wie Riesenskorpionen und -fledermäusen ein Waschlappen! Das sollte man bei der Wahl der Gegnerintelligenz besser berücksichtigen...

Noch erwähnenswert ist die Art der Einheitensteuerung. Man bewegt eine Pyramide, deren Seiten je eine der drei möglichen Tätigkeiten (Bauen, Trainieren or Rekrutieren) repräsentieren, um die Arbeit für die Leute in diesem Bildschirm prozentual anzugeben. Man kann also alles auf einmal machen, aber dann ist nichts so effizient. Dieses System funktioniert ganz gut. Aber das Bewegen von Einheiten ist manchmal etwas nervig. Anstatt dass man einfach Einheiten Marschbefehle geben kann, muss man „Magnete“ auf dem Bildschirm setzen, zu dem sie kommen sollen. Aber nur Einheiten in einem speziellen Bewegungsmodus reagieren darauf.

Insgesamt ist Stronghold ein gutes Spiel, aber nichts allzu spektakuläres. Natürlich macht es Spaß, aber es haut einen auch nicht um...

Kommentare (2) [Kommentar schreiben]

Mitch (24.05.2005):
Fuer mich haette das Spiel 6/6 verdient. Fuer die damalige Zeit war das Spiel gigantisch.
Zero (15.12.2000):

This is easily one of the best games I've ever played.

It gives me great memories from 10 years ago, sitting down in front of the computer after school and just getting involved. This is truly a thinking person's game.

It also just goes to show you how much SSI ruled as far as the gaming world was concerned back then.

I still have my original copy, but happened to run across this site when looking for cheats.

Keep up the good work, all of you.

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