Sherlock Holmes: Consulting Detective Vol. II
für PC (DOS)

Mr Creosote:
Firma: Icom Simulations
Jahr: 1992
Genre: Denkspiel, Adventure
Thema: Brettspiel / Umsetzung eines anderen Mediums / Krimi
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 18432
Rezension von Mr Creosote (10.10.2004)
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Trotz des eher eingeschränkten Spielverlaufs war Sherlock Holmes: Consulting Detective ein Erfolg - vor allem wohl, weil es in seinem Status als exklusives CD-ROM-Produkt beinahe konkurrenzlos war. Das Erscheinen eines Nachfolgers war somit nur eine Frage der Zeit - und hier haben wir ihn auch schon.

Wer jegliche Änderungen am Spiel selbst, z.B. an der Komplexität, erwartet hatte, wurde enttäuscht. Stattdessen ist alles genau wie man es aus dem ersten Teil kennt: Holmes und Watson befragen Verdächtige und Zeugen und schicken die „Baker Street Irregulars“ (eine Bande Straßenkinder) quer durch die Stadt auf Informationssuche. Die Schlüsse des Spielers müssen dann vor dem Gericht präsentiert werden, und wenn sie korrekt sind, ist der Fall abgeschlossen.

Was tatsächlich neu ist, sind die Fälle. Wieder gibt es drei:

The Two Lions: Holmes findet einen anonymen Zettel an seiner Haustür, auf dem steht, er solle die Times lesen. Zwei Artikel erregen dort seine Aufmerksamkeit: Zwei tote Löwen wurden im Hyde Park gefunden, und ein Mann namens Stephen Lyons wurde ermordet. Vielleicht hätte man den Fall eher 'The Three Lions' nennen sollen? Tja, auf jeden Fall wird es wohl eine Verbindung zwischen den drei Toten geben - nur welche?

The Pilfered Paintings: Die National Gallery hat zwei Bilder des bis vor Kurzem völlig unbekannten Rubensschülers de Kuiper erworben. Sie plant eine Sonderausstellung zu diesem Künstler, und hat zu diesem Zweck alle anderen Werke von ihren jeweiligen Besitzern ausgeliehen. Über Nacht werden die beiden Neuerwerbungen gestohlen! Von wem? Und warum haben die Räuber nur diese beiden relativ wertlosen Gemälde mitgenommen?

The Murdered Munitions Magnate: Der Industielle Courtney Allen, Präsident von Grant Arms, wurde am Hinterausgang seiner Fabrik erschossen aufgefunden. Scotland Yard glaubt an einen normalen Raubüberfall. Der Bruder des Opfers ist davon allerdings nicht überzeugt, und zieht den Meisterdetektiv hinzu. Gibt es vielleicht eine Verbindung zu dem geheimen Regierungsprojekt, an dem die Firma arbeitete?

Der erste Fall ist im Vergleich zu den anderen doch leicht misslungen. Die Informationen, die man überhaupt bekommen kann, bleiben sehr schwammig - viel zu schwammig, um die Lösung, die einem am Schluss präsentiert wird, tatsächlich nachvollziehen zu können. Das Ganze ist eher verwirrend als spannend. Die anderen beiden entschädigen einen dafür dann allerdings. Sie liefern solide Kost für virtuelle Detektive.

Auf der technischen Seite, gibt es als einzige Änderung eine leichte Verbesserung der Videoqualität. Alles ist nun etwas farbenfroher. Kaum überwältigend.

Und das passt auch als Beschreibung des gesamtes Spiels. Solide Arbeit, auf keine Weise besser oder schlechter als der Vorgänger. Es ist einfach mehr vom Selben. Ob das nun gut oder schlecht ist, liegt im Auge des Betrachters - und hauptsächlich an dessen Einschätzung des ersten Teils.

Vielen Dank an Ming the More-or-less

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