Vaxine
für PC (DOS)

Elwood:Besucherwertung:
5/6
Firma: U.S. Gold
Jahr: 1990
Genre: Denkspiel, Action
Thema: Abstrakt / Lebenssimulation / Einzigartig
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 24544
Rezension von Elwood (05.06.2008)
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Manchmal verlangen Spieleprogrammierer wirkliche eine Menge Vorstellungskraft - wer würde beim Anblick dieses Spiels schon auf den menschlichen Körper und Viren kommen? In Vaxine ist man die letzte Verteidigungslinie wichtiger Zellen gegen agressive Viren. Ein solches Virus taucht in drei möglichen Farben auf und kann durch Beschuss mit einem kleinen Ball gleicher Farbe eliminiert werden. Um das gleich klarzustellen - zuerst denkt man, ein cooles, schnelles Actionspiel vor sich zu haben. Doch dann tritt Frustratiion ein, weil man nicht sehr lange überlebt. Das Spiel wird immer schneller und schneller, wenn man das möchte, und dann hat man keine Chance mehr, die Zellen zu verteidigen, weil man praktisch immer die Viren, die man anpeilt, verfehlt. Man muss sich ein paar grundlegende Strategien überlegen. Am Wichtigsten sind dabei die schwarzen Tore. Fährt man durch eines, bleibt die Umwelt eine Minute lang stehen (natürlich muss man daran denken, bevor diese Minute ausläft, wieder durch ein solches Tor zu fahren). Nun kann man in Ruhe nach dem nächsten Virus suchen, und sich in eine vorteilhafte Schussposition bringen (das Abfeuern eines Schusses beendet abrupt das Stillstehen der Zeit). Das ist fürs erste Level noch genug, aber später gilt es, zuerst die Virusproduzenten (flache Zellen, die über den Boden kriechen) auszuschalten. Taucht einer von diesen auf, ertöhnt ein besonderer Soundeffekt, und das bedeutet, dass man schnellstens ein schwarzes Tor finden muss, um den Bastard zu suchen.

Es gibt eine kleine Meinungsverschiedenheit bezüglich der Qualität dieses Spiels zwischen Underdogs und mir (ich habe das Spiel von Home of the Underdogs bekommen zu der Zeit, als ich es auf meine alte Seite The Keep getan habe). Das Problem des Spiels ist, dass es geradezu dazu einlädt, schneller und schneller zu werden, und zu versuchen, in altbekannte alles-abballern-Verhaltensmuster zu verfallen. Dann geht einem jedoch schnell die „Munition“ aus, und schon prangt „Game Over“ auf dem Bildschirm. So darf man es halt nicht spielen! Stattdessen sollte man es als Action-Puzzle verstehen. Natürlich braucht man ein bisschen Geschick mit der Maus (Joystick kann man gleich vergessen!), aber es ist eben kein typischer Action-Shooter. Man muss ein Gefühl für die Steuerung und die Art (und Entfernung) zu schießen bekommen. Man sollte nicht denken, dass das Killervirus einfach nur darauf wartet, abgeschossen zu werden - es bewegt sich manchmal auf unvorhersagbaren Pfaden, und ist man zu schnell, verfehlt man es wieder und wieder - also heißt es anpassen.

Die Grafik und die dreidimensionale Umgebug waren 1990 wirklich seiner Zeit voraus, und schon allein deswegen ist das Spiel (meiner Meinung nach) einen Blick wert. Doch Vorsicht: Es ist nicht die Art Spiel, die man gleich auf Anhieb meistert.

Übersetzt von Mr Creosote

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