Legend of Kyrandia 3 - Malcolm's Revenge
für PC (DOS)

Mr Creosote:SonataFanatica:SB1988:Gesamt:
3/6
Firma: Westwood Studios
Jahr: 1994
Genre: Adventure
Thema: Cartoon & Comic / Sonstige Fantasy / Humor
Sprache: English, Français, Deutsch
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 24982
Rezension von Mr Creosote (28.06.2008)
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Der dritte Teil von Westwoods beliebter Adventureserie setzt prinzipiell dort an, wo der erste Teil endete: Brandon hat den bösen Hofnarre Malcolm besiegt, und ihn in Stein verwandelt. Der Held wurde König, und alles war gut (na ja, abgesehen davon, dass König und Königin... tot sind). Nun befreit ein Blitz Malcolm aus seinem Gefängnis, und es ist an der Zeit „seine Seite der Geschichte zu hören“, wie das Intro erzählt.

Bevor man dann allerdings tatsächlich seine Version zu hören bekommt, muss man das Spiel ziemlich bis zu Ende spielen, denn abgesehen von recht haltlosen und unbegründeten Behauptungen ab und zu, dass er das Königspaar nicht umgebracht habe, tut Malcolm nicht viel, seinen Namen reinzuwaschen. Stattdessen nimmt der Spieler seine Geschicke bei einer Jagd rund um die Welt (inklusive metaphysischer Ebenen) in die Hand, die eher von unmittelbaren Notwendigkeiten („Ich muss einen Weg von dieser Insel weg finden“), als von einem Fernziel („Ich muss meine Unschuld beweisen“) bestimmt zu sein scheint. Auf der Reise wird Malcolm von seinem „schlechten Gewissen“ (passt eigentlich nicht so gut, der Ausdruck...) Gunther, dessen Kopf immer mal wieder auftaucht, um ihm „schlechte“ Ratschläge zu geben, begleitet. Wie sich herausstellt, wurde Malcolms „gutes Gewissen“ vor Jahren KO geschlagen und unter einem Stein vergraben.

Abgesehen vom Perspektivwechsel hat sich in Malcolm's Revenge im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel getan. Die Ein-Klick-Bedienung und die Verwaltung des (beschränkten) Inventars sind immer noch die selben. Eine kleine Neuerung stellt immerhin ein Hebel dar, der Malcolms Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen (von nett bis hin zum Lügen) kontrolliert.

Was sofort positiv auffällt ist die große Menge verzweigter Handlungen, die man gleich am Anfangsort (Kyrandia) vornehmen kann. Die Rätsel stapeln sich praktisch, und es wirkt alles nichtlinear. Das liegt daran, dass es mehrere Wege gibt, diese erste Episode zu beenden, also Kyrandia zu verlassen. Das hält die Motivation, weiter zu erkunden, nachdem man eigentlich schon eine Lösung gefunden hat, natürlich hoch.

Danach wird es zwar linearer, aber der Anfang hinterlässt diesbezüglich trotzdem einen guten Eindruck. Andererseits lässt die Qualität der Rätsel selber einiges zu wünschen übrig. Verquere, unlogische und vollkommen unmotivierte Aktionen werden vom Spieler verlangt, die einen doch sehr daran zweifeln lassen, dass man auf so etwas in der jeweiligen Situation je hätte kommen können. Ergänzt wird dies durch Rätsel, die keine sind (z.B. das Öffnen zahlloser Schlösser mit immer dem selben Objekt), und ermüdende, primitive Aktivitäten bar jeder Abwechslung (z.B. sich mit einer Machete durch einen geradezu krankhaft nachwachsenden Dschungel zu hacken - in einem Labyrinth).

Positiv zu vermerken ist, dass man nicht sterben kann. Sollte es zu einer Todesszene kommen, kann man die letzte Aktion, die dies ausgelöst hat, direkt widerrufen. Experimente (die aufgrund der Art der Rätsel mehr als notwendig sind) werden also niemals tödlich bestraft. Eine andere Eigenart der Spielengine macht es jedoch wieder nervig: Das beschränkte Inventar zwingt einen, immer wieder lange Wege hinter sich zu bringen, um irgendwelche Gegenstände, die man irgendwo hat liegenlassen, zu beschaffen, der Cursor, der nicht auf Gegenstände auf dem Bildschirm reagiert, zwingt einen, wild auf dem Hintergrund herumzuklicken, um ihn zu durchsuchen, und oft muss man gewisse Bildschirme immer und immer wieder neu betreten, bis sich das Spiel mal erbarmt, per Zufallsgenerator die Objekte, nach denen man gerade sucht, dort erscheinen zu lassen (für diejenigen, die die Müllkippe am Anfang des Spiels schon hassten - es kommt später noch eine).

Die audiovisuelle Präsentation ist, wie erwartet, sehr professionell. Die Dialoge sind selbstverständlich ausnahmslos vertont, und das mit passenden Stimmen. Alles sieht sehr farbenfroh aus. Ich persönlich halte nicht allzu viel von dem Render-Look, der anstatt der handgezeichneten Hintergründe der Vorgängerspiele zum Einsatz kommt, doch das ist ein rein subjektiver Eindruck. In manchen Fällen scheinen die Produzenten jedoch zu sehr in ihre eigenen gerenderten Animationen verliebt gewesen zu sein, was sich in immer Wiederkehrenden, die man einfach nicht abbrechen kann, äußert.

Schade, dass das Spieldesign derartiger Schund ist. Zur Abwechslung mal den „Bösewicht“ zu spielen, ist erfrischend, und dass das Spiel sich über seine eigene clichéhafte Handlung lustig macht, ist ebenfalls gut. Malcolm's Revenge ist ein Spiel, dass man eigentlich wirklich mögen möchte, aber das Gameplay (da man es nicht oft genug erwähnen kann: nervtötend) macht einem das sehr, sehr schwer. Schade.

Rezension von SonataFanatica (01.05.2016)
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Malcolm, der bösartige Hofnarr, welcher im ersten Teil der Kyrandia-Trilogie besiegt wurde, wird durch einen Blitz aus seinem steinernden Gefängnis befreit und plant, sich an den Bewohnern Kyrandias zu rächen. So geht Malcolms Reise unter anderem auf die mysteriöse Insel der Katzen, in den Limbus (die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, die auch das Reich der Fische ist), die Hölle und zurück in die Welt der Lebenden. Doch bei seiner Ankunft zurück auf der Insel Kyrandia hat sich alles verändert. Kann Malcolm die Einwohner seiner Heimat retten, seinen Namen reinwaschen und endlich ein wohlverdientes Nickerchen machen?

Malcolms ständiger Begleiter ist die böse Seite seines Gewissens, Gunther. Die gute Seite seines Gewissens, Steward, wurde in Malcolms Kindheit unter einem großen Felsen zerquetscht. Bei Malcolms Rückkehr aus der Hölle, zurück nach Kyrandia, befreit er Steward zufällig und so kann man sich für das Finale aussuchen, ob man mit „Engelchen und Teufelchen“ oder nur einem der beiden spielen möchte. Auch kann man im Spiel jederzeit einstellen, ob Malcolm nett ist, normal mit Leuten spricht, oder lügt. Dies ist neben dem Narrenstab, einem nutzlosen Inventar-Gegenstand, der in einer speziellen Einkerbung des Interface Platz findet, die einzige Besonderheit des Spiel-Interfaces. Verglichen zu den Vorgängern, wo man entweder die 4 Fähigkeiten des Kyragems nutzen konnte (in Teil 1) oder ein Zauberbuch und Zauberkessel zum Tränkemischen hatte (in Teil 2), ist dies ein wenig ernüchternd.

Das Spiel wäre an sich eine tolle Fortsetzung, sie wird jedoch leider von nervigen Rätseln und drei arg künstlichen Streckungen der Spielzeit vermiest. Die schlimmste der Sachen, durch die das Spiel künstlich gestreckt wird, ist der Dschungel auf der Insel der Katzen, welcher sich als Labyrinth entpuppt. Man muss auf jedem Bildschirm das Gestrüpp mit einer Machete entfernen und darauf achten, dass man eventuelle Schlangen, die sich darunter befinden können, ebenfalls mit der Machete tötet. Einen Weg durch das Dschungellabyrinth zu finden, ist seeeeeehr nervig. Außerdem muss man nicht nur einmal hindurch, sondern gegen Ende des Spiels NOCH einmal.

Sicherlich gab es in Legend of Kyrandia – Book 1 ebenfalls ein Labyrinth, nämlich die Serpent's Grotto, in der man sich mit Feuerbeeren zurecht finden musste, doch dieses war zumindest noch spannend und atmosphärisch. Der Dschungel in Teil 3 wäre unerträglich, wäre da nicht die grandiose Hintergrundmusik von Frank Klepacki.

Die zweite Sache, die einem unglaublich auf den Geist gehen kann, ist der Teil im Limbus, dem Reich der Fische. Malcolm hat dort ein magisches Halsband, mit dem die Fischkönigin ihn in regelmäßigen Abständen zu sich ruft, um eine Runde Tic-Tac-Toe (X-X-O) zu spielen. Die Partie muss man verlieren, um sich wieder für eine kurze Zeit frei bewegen zu dürfen, was gar nicht soooo einfach ist, da die Königin extrem schlecht spielt. So wird immer wieder der Spielfluss unterbrochen und man kann's bald nicht mehr sehen.

Die dritte Sache, die das Spiel am Ende nervig macht, ist das Handeln mit Herman. Er tauscht immer nur bestimmte Gegenstände gegen die von ihm angebotenen Sachen. Man muss also ständig auf die Müllkippe zurück, Sachen sammeln und so oft in das Pfandhaus hinein und wieder heraus gehen, bis Herman genau die Sache benötigt, die man gerade im Inventar hat.

An sich ist Teil 3 der Kyrandia-Reihe es ein ganz gutes Adventure und die generelle Story ist sicherlich interessant – besonders in Betrachtung des kompletten Kyrandia-Zyklus – doch schafft es das Spiel zu keinem Zeitpunkt, auch nur annähernd an die grandiose Fülle der Orte aus Hand of Fate heranzukommen.

Es gibt in Malcolm's Revenge lediglich einen kleinen Teil der Insel Kyrandia (nur den Bereich um das Schloss herum, wie man ihn schon am Ende von Teil 1 zu sehen bekommen hat – nur um ein paar umliegende Orte erweitert), die sehr kleine Insel der Katzen, das Ende der Welt, welches einfach nur ein hoher Wasserfall ist und den Limbus (sprich: Das winzige Reich der Fische). Auch fühlt sich Malcolms Reise dadurch einfach substanzlos an. Erst auf Kyrandia, dann kurz Verstärkung holen, verbannt werden (was einfach nur eine anstrengende Odyssee ist) und schon ist man zurück auf Kyrandia. Nicht gerade toll.

Die ersten beiden Kyrandia-Teile boten die unfassbar schöne Grafik vom 1996 verstorbenen Grafik-Großmeister Rick Parks. Niemand verstand es so gut wie er, beleuchtete Oberflächen im wunderschönen VGA-Pixel-Look zu gestalten. Farbenfroh, detailverliebt und pixelperfekt. All das wurde leider in Malcolm's Revenge über den Haufen geworfen. Zwar hat Rick Parks hier noch mitgewirkt, doch Westwood haben sich dazu entschieden, dem Spiel einen 3D-Render-Look zu geben. Die gerenderten Gegenden und Objekte sind keineswegs schlecht geworden, fallen jedoch stark auf. An die Schönheit der bisherigen Spiele kommt dieser Teil nicht einmal im Ansatz heran.

Für die Musik war hier wieder der legendäre Frank Klepacki verantwortlich. Passend zum inhaltlichen Umbruch hin zur locker-leichten Comedy-Stimmung, hat er hier funkige Beats in die Musik eingefügt, wo sie passten. Tollerweise hat er aber auch ein paar verträumte Melodien geschaffen, die bis heute zeitlos schön geblieben sind. Etwas, das den geneigten Kyrandia-Fan durchaus ins Schwärmen bringen kann. Sicherlich ist der Haupttenor grundlegend anders als bei den Vorgängern, ist aber dennoch ein Ohrenschmaus.

Fazit: Bei Fables & Fiends: The Legend of Kyrandia - Book 3: Malcolm's Revenge handelt es sich zweifellos um den schlechtesten Teil der Reihe. Während Book 1 ein magisches, verzauberndes Fantasy-Abenteuer mit einer angenehmen Dosis Humor war, besonders aber die Schönheit des Reiches Kyrandia präsentierte und Book 2: The Hand of Fate ein groß angelegtes, turbulentes und witziges Abenteuer durch das ganze Fantasy-Universum der Spielreihe (nicht nur die Insel Kyrandia), wurde in Book 3: Malcolm's Revenge das gesamte Fantasy-Feeling durch Cartoon-ähnliche Comedy ersetzt und leider ein klein wenig ins Absurde getrieben. Manche mögen das als konsequente Fortsetzung des quirligen Humors in Hand of Fate betrachten, aber mir persönlich war das ein bisschen stilbrechend.

Man merkt auf jeden Fall, dass Malcolm's Revenge nicht als endgültiges Ende der Reihe gedacht war, da hier viele bekannte Charaktere der Vorgänger nur sehr oberflächlich vorkamen. Viel mehr wurde dieser Teil dazu gemacht, den Charakter des Malcolm wieder reinzuwaschen und zu schauen, wohin die Entwicklung der Spielwelt danach führen würde. Dank EA ist daraus, wie wir alle wissen, leider nichts mehr geworden – und so werden wir wohl nie einen gebührenden Abschied von dieser tollen Fantasy-Welt bekommen. Ein vierter Teil im Stil und Umfang von Hand of Fate wäre perfekt gewesen.

Rezension von SB1988 (11.07.2017)

The third and final entry of The Legend of Kyrandia series finds Malcolm, the "evil" jester from the first game, escaping his stony imprisonment due to a timely stroke of lightening. Once again, he's looking for revenge on the Kyrandians who despise him, but this time out it's justified: he's actually innocent of the murders he was originally imprisoned for, and his thirst for revenge is secondary to his desire to clear his name once and for all. Guiding him on this journey is Gunther, his bad conscience, who's always popping up with suggestions for more mischief. Stuart, Malcolm's long-absent good conscience, eventually makes a reappearance, and Malcolm's many complications are further compounded by the never-ending voices in his head. Can't a poor jester just get a well-deserved nap at long last?

Despite this intriguing setup and many worthwhile moments, this concluding chapter nevertheless leaves something to be desired. Though the plot is far more connected to the first installment than the second one was, Malcolm's Revenge is a very different beast when compared to the initial two entries. The biggest change is in tone - the game goes out of its way to not take itself seriously. Anachronisms and meta references abound, and the fourth wall is frequently broken. There's even a studio audience laugh track enabled by default, who laugh at random lines whether they're intended to be funny or not - which is apparently the entire point of it. One positive change, however, is the introduction of tasks with multiple solutions. There are six different ways to leave Kyrandia in the first level. All of them are amusing and worth seeing, so replayability is encouraged.

Then there's the matter of continuity, as Malcolm is wildly different than his previous incarnation. No longer is he evil-incarnate, as he clearly was in Book One. This Malcolm is a misunderstood wiseacre, whose penchant for extreme mischief led him to be mistaken for murder. Though this change was absolutely necessary in order to make Malcolm a protagonist (you clearly can't have a cold-blooded killer at the center of a light-hearted adventure game), it is nevertheless a major retcon. Taken on his own merits, however, this new Malcolm is an absolute delight, and Eric Randall's excellent voice acting makes the character truly memorable (unlike the first two games, this installment was only issued on CD-ROM, so no version without digitized speech was released).

Malcolm wasn't the only element to receive a makeover - the land of Kyrandia is also very dissimilar to the place so thoroughly explored earlier. Bizarre, bubble-shaped buildings abound, along with teleporters, retro-style diners, Harry Potter-esque newspapers with moving photographs, and characters donning baseball caps. Again, though enjoyable on its own merits, it's easy to forget this is Kyrandia you're visiting. Far more contemporary than magical, little of the original fable-like atmosphere is present, and the 3D rendered graphics make the differences even more obvious.

A number of familiar faces reappear alongside Malcolm, including Brandon, Zanthia, Kallak, Herman, Darm and Brandywine, along with a host of new characters. Though all the old faces are welcome presences, the characters who don't appear also stand out. One of the Royal Mystics, Brynn, is not only absent but is never mentioned, as though she never existed. Though admittedly it's hard to picture her in the plot as presented, her importance in Book One is hard to forget. As one of Malcolm's victims, surely she should play an active role along with the others in wanting to see Malcolm banished? Then there's the matter of the Fish Cream Parlour, which is populated by many characters introduced in The Hand of Fate. Though amusing to see all these recognizable characters, most of them weren't actually Kyrandian citizens; they were encountered after Zanthia had journeyed elsewhere. Where are the likes of Nolby and Merith, who ARE Kyrandians yet are nowhere to be seen? Surely inserting their sprites into the throng wouldn't have been difficult? The disregard for previously established story points only highlights the game's disconnect from its predecessors.

None of this is to say that Malcolm's Revenge isn't worth a go. If taken on its own terms, it's a laugh-out-loud funfest. Though different in appearance, the rendered graphics hold up well, and certain locations really stand out for their beauty (The Isle of Cats, though a frustrating maze, is gorgeous to behold). Frank Klepacki's music is as memorable as ever, and its digital presentation as opposed to MIDI really makes it pop. It's only when one remembers that this is a concluding chapter of a trilogy that things get shaky, as Malcolm's Revenge feels more like a parody than a direct sequel. Tonally, the piece seems to foreshadow the likes of Shrek, along with other wacky fairy tales that delight in making mythical locales as modern in sensibility as possible.

If you're a fan of the first two, by all means give it a whirl, but don't go in expecting the Kyrandia you've come to know. She disappeared piece by piece in The Hand of Fate, and clearly didn't come back right.

Kommentare (1) [Kommentar schreiben]

Mr Creosote (11.07.2017):
Zitat:
you clearly can't have a cold-blooded killer at the center of a light-hearted adventure game

I would play such a game. In fact, I would be surprised if it hasn't already been done in non-commercial or indie circles.

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