Indiana Jones and the Last Crusade
für Amiga (OCS/ECS)

Mr Creosote:Besucherwertung:
6/6
Firma: Lucasfilm Games
Jahr: 1990
Genre: Adventure
Thema: Umsetzung eines anderen Mediums / Kämpfen / Fliegen / Humor / Krieg / Mythen und Sagen
Sprache: English, Français, Deutsch, Castellano, Italiano
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 25553
Rezension von Mr Creosote (11.07.2008)
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Indiana Jones und der letzte Kreuzzug - der letzte der Filme (das wurde zumindest seinerzeit behauptet), und gleichzeitig der erste Indiana-Jones-Film, der in ein Adventure umgesetzt wurde (und das zweite Mal, dass Lucasfilms Spieleabteilung überhaupt ein Adventure zu einem Film produzierte). Hohe Erwartungen, denn in einem Adventure muss die Übersetzung der Geschichte natürlich etwas besser sein, als in einem kleinen Actionspiel, in dem der peitschenschwingende Held ein paar Schlangen gegenübertritt.

Erfolgreiche Bemühungen, das Spiel so cineastisch wie möglich zu machen, ziehen sich durch das gesamte Spiel: Vom gelungenen Vorspann (der die Jagd über die Zugwaggons darstellt, mit dem auch der Film beginnt) bis hin zu zahlreichen Dialogzeilen, die direkt aus dem Originalskript kommen, ist die Story sehr gut übertragen worden. Alle wichtigen Charaktere sind vorhanden, man kann sie gut erkennen (soweit 20x50 Pixel das leisten können) und es werden die Schauplätze des Film schön systematisch abgeklappert.

Einige Rätsel wurden sogar direkt übernommen, so dass relativ frische Erinnerungen an Harrison Fords Grals- und Vatersuche gewisse Vorteile mit sich bringen. Doch darauf beschränkt sich das Spiel natürlich nicht. In solchen hirnanregenden Szenen hilft Henry Jones' Gralstagebuch in seinen zwei Inkarnationen (ein gedrucktes mit generellen Informationen und eines im Spiel, das leicht zufallsgenerierte Hinweise enthält) häufig weiter, und ansonsten muss der gesunde Menschenverstand und logisches Denken herhalten.

Trotz des Spaßes, den das Spiel unbestreitbar macht, verhindern zwei Dinge den Vorstoß in höhere Wertungsregionen. Erstens gibt es drei bescheuerte Labyrinthe. Eines kann umgangen werden, indem man ein zusätzlichen Rätsel löst, aber selbst dann bleiben noch zwei zu viel. Zweitens gibt es Actionsequenzen. Klar, Indiana Jones braucht eine gewisse Portion Action, und die ist hier auch nicht mal sonderlich schlecht eingebaut. Das Problem ist vielmehr, dass man bei den Faustkämpfen viel zu leicht sterben kann (und sich diese blöde Energieleiste einfach nicht wieder auffüllt nach gewonnenen Kämpfen).

Zusätzlich fallen ein paar Kleinigkeiten negativ auf. Die alternativen Wege / Lösungen wurden bereits erwähnt (und deren Existenz ist natürlich positiv). Jedoch sind diese oftmals so strukturiert, dass man sie nur einschlagen kann, indem man etwas völlig anderes, ohne erkennbaren Zusammenhang, viel früher tut. Spieler ohne die Gabe des Hellsehens wird es kaum auf die jeweils einfacheren Verzweigungen verschlagen. Das selbe gilt für ein paar wenige Rätsel (wirklich sehr wenige allerdings), die man nur lösen kann, wenn man viel, viel früher irgendetwas notiert hat - etwas, dessen Relevanz nicht sonderlich klar war zu dem Zeitpunkt, als es auftauchte (im Sinne der „Spoiler“-Vermeidung „etwas“ vage formuliert).

Nichts davon verdirbt einem letztendlich das Spiel. Ich für meinen Teil hole es auf jeden Fall immer mal wieder hervor, und es ist jedes Mal gut verbrachte Zeit. Natürlich konnte man damals aber noch nicht ahnen, dass die große Revolution im Adventuregenre erst noch kommen würde - doch das ist dann ein anderer Test.

Kommentare (6) [Kommentar schreiben]

klaxmaster (15.05.2020):

I had hours of fun with this game as a kid. My and my best friend (to this day, and we are in our 30's) would gather around my Packard Bell 3.1 machine, and figure this thing out. We found it difficult, but we never found it frustrating or unplayable, like some people have claimed it to be. If a couple of 6-8 year olds can figure it out, surely everyone else can. :P

Glad to see it is preserved, and loved by others. I still have my original Grail Dairy that came with the thing, although I have long lost the disks.

Hirschacker (23.01.2013):
indy als spieleheld find ich klasse
Mr Creosote (13.04.2012):
Geschrieben von faceman-bjk um 10:00 am 13.04.2012:
das ist alles noch nicht halb so schlimm wie SpaceQuest :p

Na, das ist natuerlich mal ein Massstab...

faceman-bjk (13.04.2012):

Die Faustkämpfe als Minuspunkt zu werten, finde ich etwas zu streng.

1. sind diese recht gut umgesetzt und es gibt ein Tutorial dafür (Boxtrainer am College)

2. können theoretisch ALLE Faustkämpfe durch Rätsel oder richtige Dialogoptionen umgangen werden (die Vorstufe zu den drei Wegen in Indy4). Zugegeben, manchem Kampf kann man nicht mehr ausweichen, wenn man den entsprechenden Gegenstand nicht schon vorher besorgt hat bzw. das entsprechende Rätsel gelöst, aber das ist alles noch nicht halb so schlimm wie SpaceQuest :p

Mr Creosote (14.07.2008):
About the Venice library: The pixel hunting is bad enough in itself, but the worst thing in my opinion is that you don't even know you're looking for something (let alone what) in that situation. For a first-time player, there is no incentive to search the shelves at all, especially since the puzzle to find the catacombs is rather easy and thus quickly solved without much need for aimless wandering.
Vemperor (12.07.2008):
Great Game, but you're right: I hated the same things. The fights were just annoying and it really bored me to search the bookshelf in Venice for half an hour jost to find all the hidden single books... Labyrinths ain't fun too, so it's just an average Lucasarts title...
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