Imperialism 2: The Age of Exploration
für PC (Windows)

imperialism2_box.jpg
Mr Creosote:Besucherwertung:
5.7/6
Weitere Titel: Imperialismus 2: Die Eroberer
Firma: Frog City / Mindscape
Jahr: 1999
Genre: Strategie
Thema: Geschäftswelt / Historisch / Multiplayer / Politik / Krieg
Sprache: English, Deutsch
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 26249
Rezension von Mr Creosote (31.10.2009)
Avatar

Wir bewegen und rückwärts in der Zeit... nachdem im ersten Teil das Zeitalter, das tatsächlich üblicherweise als „Imperialismus“ bezeichnet wird, abgehandelt wurde, nimmt sich die Serie nun die europäische Eroberung des amerikanischen Kontinents (oder einer zufällig generierten „neuen Welt“) an.

Das bewährte Fundament des Vorgängers sind weiterhin fast unangetastet vorhanden. Die Wirtschaft basiert auf einfachen Produktionsketten (Rohmaterialien werden abgebaut, zur Hauptstadt transportiert, daraus etwas produziert und all diese Arbeit muss von mehr oder weniger langwierig ausgebildeten Fachkräften erledigt werden), nur die Materialien und Produkte wurden teilweise ausgetauscht.

imperialism208.png
Ausbeutung der natürlichen Resourcen der neuen Welt

Ein deutlicher Fortschritt ist, dass die „neue Welt“, d.h. die kleinen Länder, die darauf warten erobert zu werden, „exotische“ Waren beherbergen, die in der „alten Welt“ schlicht und einfach nicht zu bekommen sind - beispielsweise Tabak und Felle. Also ein Kritikpunkt weniger: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen dem Heimatland und den potentiellen Kolonien. Da diese „Kolonialwaren“ zur Versorgung der eigenen Arbeitskräfte essentiell sind, wird man zur Expansion praktisch gezwungen und kann nicht einfach im eigenen Saft schmoren. Nicht unbedingt nur, um selbst an die wertvollen Rohstoffe zu kommen, sondern vielleicht auch, um diese den Gegnern vorzuenthalten...

Der militärische Teil spaltet sich wieder in strategische Planung auf der Weltkarte und taktische Schlachten auf. Hier wirkt sich die Unterscheidung zwischen „alter“ und „neuer“ Welt ebenfalls: Die „amerikanischen“ Provinzen werden von besonderen Einheitentypen verteidigt, die für Europäer überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Wobei die auch keiner haben wollte, denn sie sie sehr schwächlich - was zwar vielleicht realistisch ist, aber einen seltsamen Nebeneffekt hat: Der effektivste Weg ist es, die Provinzen in Übersee zu erobern (da deren Verteidiger keine ernsthafte Hürde selbst für nur eine winzige Armee darstellen), die kleineren europäischen Staaten (die ebenfalls noch existieren, aber eben auch mit europäischem Militär ausgestattet sind) jedoch zu Kolonien zu machen. Völlig verdreht.

Eine sehr willkommene Änderung ist, dass die Wahlen zum Spielgewinner ersatzlos weggefallen sind. Stattdessen muss man den Großteil der „alten“ Welt kontrollieren, um zum Sieger erklärt zu werden. Dass man trotz großer eigener Macht also verliert, ist also praktisch unmöglich geworden.

Spielerisch wurden also beide Hauptkritikpunkte des Vorgängers zufriedenstellend aufgelöst, aber trotzdem bleibt einiger Raum für Verbesserungen. Ein Punkt ist die Flexibilität des Spiels und der Karten. Die zufällig erzeugten Welten ähneln sich alle sehr. Warum gibt es keine Staaten, die sich über mehr als eine Insel erstrecken? Warum sind alle Kontinente immer gleich weit voneinander entfernt? Warum gibt es nicht mehrere Kontinente, die darauf warten entdeckt zu werden, und die sich wiederum untereinander unterscheiden bzgl. der dort verfügbaren Waren?

imperialism209.png
Krieg ist ausgebrochen

Ein anderer Ansatz wären echte Bevölkerungen. Sobald man eine Provinz erobert hat, gehört sie einem - egal, wie die Menschen, die dort leben, zu der eigenen Regierung stehen. Ähnlich gelagert: Es fehlt auch die eigentliche Kolonisierung (also der Aufbau von Siedlungen mit Auswanderern).

Imperialismus 2 ist also kein großer Sprung nach vorne, da die Verbesserungen alle recht klein sind. Das, und dazu der rein subjektive und persönliche Kritikpunkt, dass das Spiel in einer vergleichsweise uninteressanteren historischen Epoche spielt, hebt das Spiel nicht entscheidend über die Qualitätsstufe des Vorgängers: Sehr gut, aber nicht perfekt.

Kommentare (0) [Kommentar schreiben]