They Stole A Million
für C64

Mr Creosote:
Firma: Ariolasoft
Jahr: 1986
Genre: Strategie
Thema: Polizei & Verbrecher
Sprache: Deutsch, English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 21371
Rezension von Mr Creosote (21.04.2002)
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Geld = gut. Langanhaltende harte Arbeit = schlecht. Schneller illegales Geld = perfekte Lösung! Diese Gleichungen fassen wohl die eigene Motivation zusammen. Doch ein paar Handtaschen zu stehlen bringt einen nicht weiter. Man will ein kriminelles Genie werden!

Der erste Schritt ist immer, ein Einbruchsziel auszuwählen. In der „Szene“ kann man Baupläne des Gebäudes und viele Informationen über den Wert und den Aufbewahrungsort der Wertsachen, Alarmanlagen, Wachen und so weiter erstehen. All dies kostet natürlich Geld, und wenn man schon im Vorhinein mehr ausgibt, als der Job einbringen wird, hat man sich wohl verplant.

So talentiert man selbst auch ist, man kann unmöglich ein Experte für alles sein. Also heuert man noch ein Team bestehend aus Elektroexperten, die Alarmanlagen lahm legen, Schlööserknackern für Türen, Bodybuilder gegen die Wachen, Fahrer, die einen sicher wegbringen und noch viele mehr an. All diese wollen natürlich auch wieder ihren Anteil an der Beute.

Und so wenig man sich auch um Gesetze schert ist man doch kein Anarchist. Man ist der Boss! Man sagt allen ganz genau, was sie zu tun haben und wann sie das zu tun haben. Ohne einen koordinierten Plan hat man keine Chance auf Erfolg. Und dies ist das Herzstück von They Stole A Million: einen Plan auszuarbeiten.

Man sieht den Bauplan mit mehr oder weniger detaillierten Information, je nach dem, wieviel man sich vorher erkauft hat. Jetzt gibt man genaue Befehle an das Team, gibt jeden einzelnen Schritt vor. Die normale Prozedur ist herumzulaufen, Türen zu öffnen und Dinge mitgehen zu lassen. Einige Räume sind videoüberwacht, einige Schaukästen hängen an Alarmanlagen, die man ausstellen muss, Safes können gesprengt oder lautlos über die Kombination geknackt werden.

Und all das muss zeitlich abgestimmt passieren. Es wäre unklug, etwas alarmgesichertes aufzubrechen, bevor dieser abgestellt wurde. Also schickt man seinen Elektronier zu diesem Alarmsystem, lässt es ihn ausstellen und merkt sich den Zeitpunkt, an dem er damit fertig ist. Die anderen Teammitglieder fangen dann gleich danach an zu arbeiten. Und das ist nur ein einfaches Beispiel: In den meisten Fällen muss man fünf Personen mit verschiedensten Spezialfähigkeiten, mehrere Alarmsysteme, Wachen und natürlich die Polizei, die früher oder später auftaucht, in Betracht ziehen.

Sobald man mit dem theretischen Plan zufrieden ist schreitet man zur Tat. In Echtzeit versuchen die Männer, genau das auszuführen, was man ihnen aufgetragen hat. Aber wenn man sich verkalkuliert hat, und jemand sich plötzlich beispielsweise vor einer verschlossenen Tür wiederfindet, müssen sie improvisieren. Und darin sind die Leute nicht sehr gut. Zum Glück bekommt man in solchen Fällen eine Nachricht, was nicht stimmt, und kann nochmals in Echtzeit eingreifen, und neue Befehle geben.

Außer diesen „Last Minute“-Befehlen an das Team kann man auch während des Einbruchs seinen eigenen Charakter herumsteuern. Für diesen gibt es keinen vorgefertigten Plan, dem er automatisch folgt, aber man sollte sich natürlich schon besser etwas ausgedacht haben...

They Stole A Million wird einen sicherlich für eine lange Zeit beschäftigt halten. Die Einbruchsziele sind nicht schwierig auszurauben, aber nur, wenn man sich mit einem winzigen Teil der Gesamtwerte zufrieden gibt! Den Plan zu perfektionieren - daran sitzt man wirklich lange. Und es macht auch noch Spaß, weil es alles so logisch, komplex und realistisch ist!

Die Joysticksteuerung funktioniert sehr gut, die Planung geschieht mittels einfacher Icons, die direkt im Spiel erklärt werden. Entsprechend ist die Lernkurve sehr flach. Nur ein paar Komfortfunktionen vermisst man doch: Es wäre sehr nützlich, sich die Fähigkeiten der Teammitglieder während der Planung nochmal angucken zu können. Oder auch eine Anzeige, welche Tären abgeschlossen sind, und welche nicht wäre nicht schlecht. Aber insgesamt funktioniert und passt alles.

They Stole A Million wirkt immer noch sehr frisch und einzigartig. Ich weiß nur von einer einzigen Serie mit einem ähnlichen Spielkonzept: Der Clou 1 und 2. Der erste Teil ist durchaus ein würdiger Nachfolger seines Vorbilds, der zweite allerdings ist nur ein ärmlicher Versuch der Wiederbelebung eines Konzepts, dem er nicht gerecht wird! Doch wie gut diese „modernen“ Versionen auch immer sein mögen: Dies ist das Original, das alles startete. Oder eher nichts startete, denn fast niemand hat sich der Idee angenommen :(

Das Spiel enthält eine Onlineanleitung, die automatisch nach dem Boot erscheint. Um sie zu verlassen, muss man Escape drücken. Das Disk Image enthält beide Disketten, wenn das Spiel also nach der anderen fragt, bestätigt man einfach mit dem Feuerknopf. Daraufhin folgt immer eine etwas längere Ladezeit, also nicht ungeduldig werden.

Kommentare (1) [Kommentar schreiben]

Boothby (28.11.2005):
Ich habe dieses Spiel geliebt! Hab auch schonmal an einen Remake gedacht, bzw. schon mal mit angefangen, aber leider durch Arbeit und Familie nicht weit gekommen. :(
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