Gravitar
für Atari 2600

Mr Creosote:
Firma: Atari
Jahr: 1983
Genre: Action
Thema: Fliegen / Multiplayer / Science Fiction / Krieg
Sprache: -
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 14009
Rezension von Mr Creosote (07.12.2013)
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Gravitar wird oft mit Asteroids und Lunar Lander verglichen. Weniger häufig wird erwähnt, dass es sich praktisch um eine umgedrehte Variante von Atlantis handelt: Anstatt eine Planetenoberfläche gegen Raumschiffe zu verteidigen, übernimmt der Spieler die attackierende Rolle. In einem Sternensystem müssen mehrere Planeten ihrer Verteidigungsanlagen beraubt werden. Den Haken an der Sache liefert dabei die Gravitation.

Das beginnt bereits auf der Systemebene, in der man das Schiff letztlich nur ins nächste Planetenlevel steuert: Man wird unwiderruflich von der größten Masse angezogen, also der tödlichen Sonne. Nähert man sich dann einem Planeten, „zoomt“ das Spiel auf dessen Oberfläche. Dort muss man dann die verteidigenden Bunker und Schiffe in die Luft jagen und nebenbei blaue Kanister zum Auffüllen der Treibstofftanks einsammeln.

Nur: Wie schießt man eigentlich auf ein Bodenziel unter einem, wenn sich die dicke Bordkanone unpraktischerweise an der Nase des eigenen Schiffes befindet, der Antrieb aber hinten dran hängt? Einfache Sache, man dreht das Schiff einfach um und zielt nach unten – aber was, nachdem man dann sein Ziel zerstört hat? Natürlich hat man dann bereits gut Fahrt aufgenommen in Richtung des Bodens, an dem man zu zerschellen droht, wenn man nicht blitzschnell wieder gegensteuert.

Gravitar bietet auf dieser Grundlage Levels, in denen es weniger darum geht, schnell am Feuerknopf zu sein, als vielmehr vorsichtig zu steuern. Am offensichtlichsten wird dies im Reaktorlevel: Man fliegt in eine Art Schneckenhaus, in dessen Mitte sich das zu zerstörende Ziel befindet, und nachdem man das dann ausgeschaltet hat, muss man unter Zeitdruck wieder entkommen. Pro geschaffter Galaxis sinkt die Zeitbegrenzung natürlich, um auch geübten Spielern weiterhin eine Herausforderung zu bieten.

Die Atari-2600-Umsetzung ist ganz gut gelungen. Da auch das Spielhallenoriginal keine außergewöhnlichen Grafiken bot, muss man hierbei relativ gesehen nur geringe Abstriche in Kauf nehmen. Die Galaxieansicht wirkt etwas gedrängt, wodurch das Spiel sogar etwas schwieriger wird, aber insgesamt ist es sehr gut spielbar – hauptsächlich eben, da die Simulation der Gravitation und der Trägheit weiterhin sehr gut funktionieren. Dieses spezielle Gravitar ist also durchaus einen Blick wert!

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