Victory
für PC (DOS)

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Klessi:
Weitere Titel: Polanie
Firma: MDF
Jahr: 1996
Genre: Action, Strategie
Thema: Krieg
Sprache: Deutsch
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 10061
Rezension von Klessi (06.06.2016)

Victory ist ein Echzeit-Strategiespiel, das etwa im Jahre 1000 n.Chr. im heutigen Staatsgebiet Polens angesiedelt ist. Daher auch der Originalname des Spiels Polanie. Die erste Ausgabe des Spiels befand sich auf sechs 3,5-Zoll-Disketten und kurz darauf erschien eine CD-Version. Die getestete Version ist die Ausgabe der Gold Games 1 von 1996. Auf der CD Nummer 9 fand ich dieses Kleinod der Computerspielunterhaltung. Entwickelt wurde das Spiel von einer polnischen Firma namens „MDF“, über die ich aber nichts in Erfahrung bringen konnte. In Deutschland wurde das Spiel von TopWare Interactive unter dem Namen Victory vertrieben.

Alles ist komplett auf Deutsch, inklusive deutscher Sprachausgabe. Bei uns im Haushalt sind die Sprüche der Protagonisten mittlerweile Kult und in unsere morgendliche Konversation eingeflossen. („Jawohl, mein Herr“, „Wie Ihr befehlt, Herr”, oder in späteren Leveln, wenn die Zauberin freigeschaltet ist, auch „Ich bringe Sie um“. Vom „Hä???“ der Holzfäller mal ganz abgesehen :)). Absolut hitverdächtig, wie die Synchronsprecher das rüberbringen. :) :) :)

Aber nun zum Gameplay…

Mirko, der Held der Geschichte, kommt nach langer Zeit wieder zurück in sein Heimatdorf. Er muss feststellen, dass alle Männer, Frauen und Kinder brutal niedergemetzelt wurden. Er schwört Rache und bekämpft fortan alle umliegenden Stämme und dehnt sein Reich somit immer weiter aus. Ungewöhnlich ist die Währung des Spiels. Es ist Kuhmilch. Je mehr Kühe auf der Weide grasen, desto schneller wächst der Milchbestand und das ist wichtig, denn nur mit Kuhmilch kann man Häuser bauen und weitere Krieger, Zauberer oder Ritter erwirtschaften.

Die einzelnen Level bestehen aus verschiedenen Missionen, wie z.B. Aufbau eines Dorfes oder „vernichten Sie Volk XYZ“. Es gibt aber auch Missionen, in denen man eine Kuh vom Startpunkt zu einem ganz bestimmten Opferstein bringen muss. Dass die Feinde das unter allen Umständen verhindern wollen, ist natürlich klar.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist enorm und manchmal wirklich zum Haareausraufen. Obwohl es drei Einstellungen gibt (Leicht, Mittel und Schwer; erst nach der ersten Mission kann man den Schwierigkeitsgrad wählen), ist das Spiel schon auf der Einstellung „Leicht“ schwer. Die Feinde sind nicht zimperlich und lassen einem kaum Luft holen. Nach ein paar Anläufen hat man dann aber die Strategie der Gegner raus und kann sich darauf einstellen. Aber auch in den eigenen Reihen gibt es eine Gefahr. Ist der Holzfäller dabei, einen Baum zu fällen, dann sollte niemand in der Nähe stehen, denn fällt der Baum, dann wird der in der Nähe Stehende vom Baum erschlagen. Ich finde dieses kleine Detail äußerst gut gemacht.

Ist man mit seinen Mannen siegreich durch ein Gefecht gegangen, aber die Mission ist noch nicht erfüllt, findet man manchmal auf der Karte heilige Plätze, an denen man die ganze Mannschaft wieder Heilen kann. Eine äußerst sinnvolle und auch notwendige Einrichtung, um ein Level schaffen zu können.

Kleiner Tipp: Man sollte immer einen Holzfäller beim Sodatentrupp dabei haben. Es gibt Level, in denen man Bäume fällen muss, um überhaupt an den Feind heran zu kommen. Oder man braucht ihn, um eine Abkürzung durch den Wald zu schlagen, was einige Level wirklich sehr viel einfacher macht.

Zusammengefasst ist es ein Spiel mit absolut hohem Suchtfaktor. Auch wenn die Grafik dürftig ist, macht es doch unglaublich viel Spaß, dieses Spiel ins CD-ROM-Laufwerk zu legen und Kuhmilch bis zum Abwinken zu produzieren.

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