Stormball
für Amiga (OCS/ECS)

Stormball.jpg
Mr Creosote:
Firma: Millennium
Jahr: 1991
Genre: Action, Sport
Thema: Individualsportarten / Multiplayer / Science Fiction
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 8634
Rezension von Mr Creosote (21.10.2017)
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Speedball, und natürlich noch mehr Brutal Deluxe, waren große, einflussreiche Hits. Andere Spiele, die einen ähnlichen Stil auf einfache (oder drücken wir es mal positiv aus: bewährte) Spielkonzepte des Sportgenres anwandte überfluteten plötzlich den Markt. Eines dieser Imitationsspiele ist Stormball, das sogar so weit geht, Spielerportraits 1:1 zu übernehmen.

Der hier simulierte Sport ist ein einfaches Ballspiel, in dem sich zwei Teilnehmer (menschliche oder allein gegen den Computer) gegenüberstehen. Sie versuchen, den Ball in definierte Punktzonen zu befördern, von wo er dann von den unsichtbaren Wänden der Arena abprallt, wobei man natürlich den Gegner darin hindert, das gleiche zu tun. Körperkontakt ist nicht möglich; beide Spieler müssen strikt auf ihrer Seite des Spielfelds bleiben. Im Prinzip geht es also darum, nach links und rechts zu schweben, den Ball zu fangen und ihn dann im günstigen Winkel in Richtung der Ziele zu werfen, so dass der Gegenspieler nicht mehr zum Blocken dazwischenkommt.

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Auf den ersten Blick macht sich Stormball durch seinen dreidimensionalen Blick auf das Spielfeld einen recht attraktiven Eindruck. Das Schachbrettmuster auf dem Boden, dessen Felder aufleuchten, wenn der Ball über sie fliegt, hilft der Orientierung immens. Die Fähigkeiten der Gegner unterscheiden sich deutlich, wobei man die Trainingsdrone natürlich einstellen kann, während die echten Gegenspieler, auf die man in der „Untergrundliga“ um Geld spielt, natürlich einfach so sind, wie sie sind (aber natürlich immer noch untereinander unterschiedlich). Die Layouts der Spielfelder mit ihren verteilten Hindernissen, die aber trotzdem immer symmetrisch und damit fair angelegt sind, sorgen für zusätzliches Salz in der Suppe.

Also anscheinend gar nicht mal so übel, bis einem aufgeht, dass es sich eigentlich doch nur um ein aufgebohrtes Pong handelt: Letztlich geht es darum, den Ball in einem Winkel herauszuschleudern, so dass er am Gegner vorbeifliegt, und darüber hinaus gilt es noch die Abprallwinkel von den Wänden zu beachten. Da letztere jedoch nur implizit sichtbar sind (die Perspektive verbietet ihre Anzeige, jedoch lassen leere Bodenstellen erahnen, wo sie sich befinden müssen), ist es nicht unbedingt trivial vorherzusehen, wohin sich der Ball bewegen wird. Defensive Manöver sind durch die Perspektive mehr oder weniger unmöglich.

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Man muss also die Hoffnung darin legen, mehr Punkte als der Gegner einzuheimsen. Zu knappen Ergebnissen kommt es jedoch kaum jemals. Was vielleicht an meinem beschränkten Geschick liegt, aber entweder schlage ich die Gegner ohne Schwierigkeiten oder aber werde derart übel abgefertigt, dass die letzten drei Viertel sich unglaublich nervig ziehen, während ich nur noch zusehen kann, wie mein Gegenspieler immer mehr und mehr Punkte anhäuft.

Letztendlich können die stylischen Menübilder das Spiel auch nicht retten. Dass es auf einer simplen Spielmechanik beruht, ist nicht das Problem; dass jene durch die Verlagerung in die dritte Dimension allerdings schlechter wird, schon. Diese Designentscheidung macht Stormball sogar schwächer als all die hunderte Pong-Klons und -Varianten, die sich ganz klassisch der Vogelperspektive bedienen.

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