Gunboat
für C64

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Mr Creosote:
Firma: Five Ways Software / Macmillan
Jahr: 1987
Genre: Action
Thema: Schifffahrt / Krieg
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 450
Rezension von Mr Creosote (10.04.2021)
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Das Genre der Ballerspiele wurde jahrzehntelang beherrscht von der ewigen Debatte über horizontal gegen vertikal. Irgendwo dazwischen versuchten immerhin alle Jubeljahre ein paar Ausreißer, etwas Abwechslung hineinzubringen. Meist dadurch, in beide Richtungen zu scrollen. Gunboat fällt prinzipiell in die horizontale Kategorie, verbindet seine Bildschirme aber auf nicht völlig eindimensionaler Weise, so dass ein kleines Flusslabyrinth entsteht.

Ziel ist die Zerstörung vierer feindlicher Basen, die erstmal aufgespürt werden wollen. Mittel der Wahl ist also nicht ausschließlich schnelles Schießen, sondern auch die Optimierung des Reisewegs. Da die Ufer weitgehend feindlich bewacht sind und außerdem mobile Gefahren wie Schiffe oder Hubschrauber lauern, ist eine kluge Wahl der Abzweigungen von entscheidender Relevanz.

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Doch selbst damit ist man noch weit entfernt vom Erfolg und ehrlich gesagt verlangt das Spiel mehr als angemessen. Das recht große Schiffssprite durch die recht engen Flüsse zu lenken, beschränkt die Bewegungsfreiheit signifikant, so dass sich das Ausweichen der gegnerischen Schüsse oder sonstiger Hindernisse schwieriger gestaltet, als im sonst üblichen Fluggerät. Zwar stehen unterschiedliche Waffen zur Verfügung, sich besonders hartnäckiger Gegner zu entledigen (wie beispielsweise Lenkraketen gegen diese Schmeißfliegen), jedoch ist ihr Einsatz gerade im Eifer des Gefechts etwas umständlich.

Die beschränkten Animationen helfen dem Spielspaß nicht. Die Sprites werden abgehackt über den Bildschirm geschoben. Varianten aus verschiedenen Blickwinkeln sollen die Illusion einer geneigten, dreidimensionalen Perspektive beschwören. Nicht davon kommt jedoch zu einem kohärenten optischen Eindruck zusammen.

Angesichts gleich dreier Game-Over-Damoklesschwerter (abgesehen von der Zerstörung des Schiffs: Benzinmangel oder Überhitzen des Motors) ist die Aufgabe praktisch unschaffbar. Das verlangte Können an sich ist bereits beinahe unverschämt, doch damit nicht einmal genug. Dazu muss sich noch eine überproportionale Portion Glück gesellen. Dies nimmt jedoch selbst den seltenen Erfolgsmomenten, wenn dem Spieler doch mal die Zerstörung einer Basis gelingt, das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Wenn es eh nur Glück war, ist es einfach nicht befriedigend.

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