Skeleton Krew
für Amiga (AGA)

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Mr Creosote:
Firma: Core Design
Jahr: 1995
Genre: Action
Thema: Horror / Multiplayer / Science Fiction
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 390
Rezension von Mr Creosote (10.07.2021)
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Core Design hatte in den 90er Jahren einen ziemlich „Run“ auf dem Amiga. Selbst als andere große Verlage die Plattform bereits links liegen ließen, kamen aus diesen britischen Landen immer noch große Produktionen. Einige absolut hervorragend, einige ziemlich cool, aber nicht konsistent zu Ende gebracht, andere unter der glatten Oberfläche völlig kaputt. Konnte Skeleton Krew für das Gauntlet-Genre das leisten, was Banshee für die Vertikalshooter im Stil von 1942 gelungen war?

Zugegeben handelt es sich schon wieder um ein ziemlich stylishes Spiel. Einer oder zwei von drei monströsen, nach Körperteilen benannten Superhelden ballern ihren Weg durch ein gutes Dutzend Level, an deren Ende ein Oberbösewicht wartet, der… na ja, ehrlich gesagt nimmt sich dessen Plan nicht mehr viel mit dem ohnehin bereits herrschenden Zustand der fiktiven Welt unserer „Helden“. Aber mal ehrlich, wer braucht in diesem Genre schon eine gute Geschichte?

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Offensichtlich erste Wahl: der Panzer unter den Spielfiguren

Die biomechanischen Designs, die heruntergekommenen Maschinen, die überfluteten Untergrundanlagen, die Kletterpflanzen, die sich die industrielle Stadt zurückerobern, die mutierten Monster, die auf Beschuss einfach schmelzen… es passt schon alles zusammen. Ebenfalls ganz in dem Sinne dröhnt ein Hip-Hop-Techno-Soundtrack aus den Lautsprechern, in klarster Tonqualität (wenn nur die Soundeffekte aus der Standardkonserve mithalten könnten). Die Animationen sind flüssig, insbesondere den Spieleravataren wurden eine große Anzahl Bewegungsstufen spendiert, wenn sie rennen, sich drehen oder springen. Ziemlich gut zu der Zeit und auch heute noch anschaubar. Subjektiv gibt mir dieser Stil ehrlich gesagt wenig. Besonders der Eindruck, es zu verzweifelt zu versuchen, lässt sich nicht wegwischen (siehe auch die mit „Ks“ überladene Anleitung), aber das ist letztlich natürlich Geschmackssache.

Was die Steuerung angeht, versucht sich das Spiel an einer Lösung des Genregrundproblems, nur in die Richtung schießen zu können, in die man sich auch bewegt. Drei verschiedene Steuerungsmodi können ausgewählt werden und ein vierter kommt dazu, wenn man zwei Feuerknöpfe hat. Zuerst gibt es natürlich das klassische Schema, wie man es aus anderen Spielen kennt. Ein anderes entkoppelt Bewegungs- und Schussrichtung, so dass man beispielsweise auch rückwärts laufend ballern kann. Ironischerweise wird es bei Verwendung von zwei Knöpfen eher umständlicher, da man dann beide gedrückt halten muss, um geradeaus zu schießen. Leider kristallisiert sich kein „bester“ Modus heraus und leider kann man während des Spiels nicht wechseln (wie bei Alien Bash II). Ein kühner Versuch, aber nicht der große Durchbruch, den man sich erhofft hätte.

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Unmöglich verdrehter Oberkörper

Was auch insgesamt auf Skeleton Krew zutrifft. Zu den bereits erwähnten schwachen Soundeffekten gesellen sich ebensolche Levels. Alles ist ziemlich eintönig. Hier und da gibt es kleine Geheimnisse zu entdecken, aber außer Bonuspunkten (die letztlich auf Extraleben hinauslaufen) gibt es da nichts zu holen. Die Waffen verändern sich nie, selbst Aufrüsten bleibt einem verwehrt. Die Gegner sorgen ebenfalls nur für einen kurzen Lichtblick, als mit Dschungellevel Insektenschwärme auftauchen.

Klar, herumlaufen und schießen, das war bereits von den Anfängen des Genres der Kern des Ganzen. Doch Mitte der 1990er Jahre hatten andere Abkömmlinge es ehrlich gesagt bereits viel besser gemacht. Insbesondere zu nennen wäre hier natürlich The Chaos Engine, das sich ebenso durchgestylt gab, aber zusätzlich mit denkwürdigen Gegnern und Levels aufwartete. Skeleton Krew bewegt sich dagegen eher auf dem Niveau von Alien Breed: Das Fundament geht schon in Ordnung, aber bei der Ausgestaltung der Details lässt Einiges zu Wünschen übrig. Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, ist es einigermaßen unterhaltsam, aber nicht gesteigert.

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