The Train: Escape to Normandy
für C64

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Mr Creosote:
Firma: Accolade
Jahr: 1987
Genre: Action
Thema: Fahren / Krieg / Logistik
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 296
Rezension von Mr Creosote (21.08.2021)
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1964 drehte der umtriebige Regisseur John Frankenheimer Der Zug. Vor dem Hintergrund des von den Nazis besetzten Frankreich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besticht der Film primär durch atemlose Action, voller Schweiß, Adrenalin und Spannung. Für The Train: Escape from Normandy sparte Accolade sich die Lizenzkosten, doch die Handlung rund um einen Zug voller französischer Kunstgegenstände, die ins sogenannte Reich transportiert, aber von Mitgliedern der Resistance umgelenkt wird, kommt einem schon bekannt vor. Ebenfalls die Tendenz, seine eigene Geschichte schnell zu vergessen und stattdessen ordentlich Action zu bieten.

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Bewachte Brücke!

Den Rahmen bildet eine halbwegs planbare Reise durch ein nicht übermäßig komplexes Bahnnetz. Beschäftigt wird der Spieler durch die hochmechanischen Schritte, die Dampflokomotive am Laufen zu halten (bis hin zum Schaufeln der Kohle). Jegliches Zusammentreffen führt zu einer kleinen Actionszene. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Ausprägungen des Zielschießens. Feindliche Kampfjäger steigen aus den Wolken hinab? Schnell an die vorderen und hinteren Maschinengewehre. Eine Brücke muss überquert werden? Die wird garantiert von Kanonenbooten bewacht. Ein Bahnhof muss erobert werden? Da tauchen Wachsoldaten hinter den Fenstern auf.

Die Schwierigkeit entsteht leider primär aus einer technischen Einschränkung, nämlich der fehlenden Maus am C64. Die Fadenkreuzsteuerung per Joystick ist langsam und eher unzuverlässig; insbesondere die Bahnhöfe sind ohne eine gehörige Portion Glück nicht zu schaffen, da man eigentlich bereits in die richtige Richtung steuern muss, bevor man den nächsten Gegner sieht.

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Luftangriff!

Demgegenüber punktet The Train muss sehr guter Grafik, eingängigem Spielprinzip und einem Hauch Taktik. Durchbricht man die Blockaden eines Bahnhofs einfach oder erobert man ihn? Das Risiko wird dabei mit der Möglichkeit, per Fernschreiber einen gezielten Hilferuf an die Widerstandsbewegung abzusetzen, belohnt. Dieser Joker kann beispielsweise zur Reparatur der Lokomotive eingesetzt werden. Ähnlich sieht es mit der Routenplanung aus, die zur weitgehenden Vermeidung bestimmter Szenen entsprechend der persönlichen Fähigkeiten verwendet werden kann. In meinem Fall: Je weniger Brücken, desto besser.

Angesichts insgesamt kurzer Spielzeit reicht die Motivation locker aus. Ganz wie ein guter Actionfilm bleiben die Details nicht groß im Gedächtnis haften, aber die Fahrt selbst ist ganz sicher unterhaltsam.

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