Woolly Jumper
für C64

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LostInSpace:
Firma: Psytronik Software
Jahr: 2011
Genre: Action
Thema: Sonstige Fantasy / Science Fiction
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 271
Rezension von LostInSpace (07.11.2021)
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Sven Bømwøllen oder anderen einfach nur bekannt als Sven das Schaf, war Anfang des neuen Jahrtausends der Brüller auf jeder Party. Denn fernab der Gamer-Szene bestach das völlig beknackte PC-Spiel durch seine drollige Art, das Schaf Sven bei seinen zahlreichen Schäferstündchen zu steuern. Woolly Jumper setzt storymäßig aber noch eine gehörige Portion oben drauf: Das Spiel stellt einen Traum nach der Einnahme von psychoaktiven Pilzen in Verbindung mit Alkohol aus der Sicht des Schafs Pepito dar.

Dieser Traum entpuppt sich als ein horizontal scrollender Plattformer. Darin kann unser friedliebendes Schaf sogar schießen, um sich den angreifenden Aliens zu erwehren. Diese beschützen die „Mind-Space“-Planeten, auf die Pepito gebeamt wurde. Unter jedem der insgesamt 16 Level fließt ein Fluss, in den das Schaf bei seinen zahlreichen Sprungmanövern fallen kann. Doch anstatt durch das kühle Nass aufzuwachen, verliert Pepito eines seiner 3 Leben. Dies kann auch durch die Berührung in 4er Formation herumfliegender UFOs oder der aus dem Boden ragenden Stacheln geschehen. Die einzelnen Level sind für sich genommen jeweils relativ kurz, aber dennoch knackig.

Denn das Scrollen des Bildschirms lässt dem Spieler kaum Zeit, auf einer der Plattformen zu verharren, da das Schaf sonst von der Kante verschluckt wird. Am Ende einer Stage erscheint eine Trillerpfeife mit der man ein rettendes Raumschiff herbeirufen kann, das Pepito ins nächste Level trägt. Eine Besonderheit ist, dass keine Goodies wie Münzen oder Diamanten im Level verteilt sind. Punkte können nur erzielt werden, indem die Alien-Formationen abgeschossen oder Ausrüstgegenstände aufgefangen werden. Diese fallen an verschiedenen Stellen von oben herab. Aber Achtung: während das Upgrade für die bessere Schusskraft dringend notwendig ist, sollte man seinem „bösen“ Pendant für den Downgrade zurück auf die normale Stärke tunlichst ausweichen. Werden durch fleißiges Shooting 5000 Punkte überschritten, winkt ein Bonusleben.

Auf seinem Weg durch die 16 Level durchwandert Pepito vier Fantasie-Planeten mit einer eigenen charakteristischen Gestaltung, die jeweils aus vier Levels mit unterschiedlicher Farbgebung bestehen. Durch diesen programmiertechnischen „Trick“ wurden die unveränderten Gestaltungselemente der vier Zonen durch simples Einfärben ein Stück weit individualisiert. Da wäre die Welt mit den Luftballons, die wohl die Verrücktheit des Traumes wiederspiegeln soll. Des Weiteren das Schneelevel mit eisbedeckten Plattformen, auf denen man zum Glück nicht ausrutschen kann. Außerdem eine Art Schlachthaus-Optik mit Fleischerhaken, die offenbar den Schrecken des Traumes symbolisieren soll. Zuletzt noch das mit Fässern überladene Design, das eine Art Lagerhaus-Romantik verbreitet. Für noch tiefergehende Interpretationen sollte man auch die Levelüberschriften lesen, die zu Beginn jeder Stage eingeblendet werden. Auch hier erkennt man das Bemühen, jedes Level in irgendeiner Form einzigartig zu machen.

Eine 16KB Spiel-Cartridge

Zu den angesprochenen Gestaltungselementen gesellen sich die witzigen Animationen der Aliens in ihren UFOs oder der kleinen Spritzfontäne beim gelegentlichen Fall in den Fluss. Die Begleitmusik klingt teilweise ein bisschen nach „Kinderlied“, während in anderen Leveln durchaus akzeptable SID-Tunes zu hören sind. Die verwendeten Soundeffekte sind witzig, weil sie in ihrer Form ein bisschen an frühe Super-Mario-Spiele erinnern.

Die Steuerung spricht direkt an und kann gut dosiert werden. Im Allgemeinen sind keine pixelgenauen Sprünge notwendig. Das Gameplay ist eher actionorientiert durch die Notwendigkeit, gleichzeitig zu springen und zu schießen. Dabei immer die Gefahr im Rücken, durch den scrollenden Bildschirm „hinten“ aus dem Bild zu fallen. Die extrem minimalistische Grafik ist diesem hektischen Ablauf entsprechend eher zweckdienlich ausgefallen und für meine Begriffe auch ausreichend gut. Um das Spiel zu komplettieren, sollte man über schnelles Reaktionsvermögen verfügen. Belohnt wird die Mühe sogar mit einer Endsequenz.

Das vorliegende Spiel war ursprünglich ein Bewerber beim C64 16KB Cartridge Game Development Competition 2011. Aufgrund der für diesen Wettbewerb geforderten Beschränkung auf minimalistische 16 KB Speichergröße wurden verschiedene programmier-technische Tricks verwendet, die man dem Spiel auch in der jetzigen Form deutlich ansieht. Im Folgejahr wurden Woolley Jumper noch einige verkaufsfördernde Elemente hinzugefügt und die vorliegende kommerzielle Version releast.

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