Arabian Nights
für Amiga (OCS/ECS)

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Mr Creosote:
Firma: Krisalis
Jahr: 1993
Genre: Action
Thema: Cartoon & Comic / Sonstige Fantasy / Kämpfen / Fliegen
Sprache: English / Deutsch / Francais / Italiano
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 558
Rezension von Mr Creosote (23.04.2022)
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Anfang der 1990er Jahre war die Disney-Renaissance in vollem Gange. 1992 gelang es Aladdin, die bereits beachtlichen kommerziellen Erfolge Arielles und der Schönen und dem Biest noch zu übertreffen (wobei dann natürlich Der König der Löwen folgte, aber das ist eine andere Geschichte). Disney bediente sich ja immer schon gerne an Märchen und anderen Mythen und Sagen für ihre Zeichentrickfilme, so dass es bereits Gang und Gäbe war, ähnlich betitelte und thematisch verwandte Filme anderer Studios gleichzeitig auf den Markt geworfen zu sehen. Warum also nicht bei Computerspielen?

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Du denkst, das ist ein Messer?

So mag man zumindest mit Blick auf Arabian Nights vermuten. In der Hauptrolle läuft sich schonmal Soccer Kid warm, nur ohne Trikot, dafür mit Fez auf dem Kopf. Es gilt, eine Prinzessin zu befreien. Ernsthaft. Originalitätspreise gewinnt hier niemand.

Das Spieldesign unterscheidet sich jedoch fundamental von erwähntem Soccer Kid. Zumindest innerhalb der Schranken des Jump'n'Run-Genres. Wo letzteres alles rund um eine Kernmechanik aufbaut, zelebriert man hier breite spielerische Abwechslung.

Die Basislevels sind leicht labyrinthig aufgebaut, bieten jede Menge versteckte Bonuskammern, und Spezialgegenstände müssen gefunden und aufgesammelt werden, um verschlossene Wege zu öffnen. Horizontale und Vertikale werden gut in der Levelgestaltung eingesetzt. Natürlich kommen auch Genrestandards wie sich bewegende Plattformen, Stacheln und Timinggeschichten zum Einsatz. Wie auch die simplen Schwertkämpfe bleiben sie jedoch im vertretbar fairen Umfang. In diesen Levels lässt Arabian Nights seine Muskeln spielen.

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Keine Ahnung, was das alles soll

Selbstanspruch war allerdings wohl, die gesamte vorstellbare Breite des Genres auszureizen. So schwingt man sich gleich zweimal auf einen fliegenden Teppich und muss höchst enttäuschende Horizontalshooterlevels durchqueren. Die Sprites sind dabei winzig und die Gegner halten derart viele Treffer aus, dass es eher einem Hindernisparcours gleicht. Ein Level findet unter Wasser statt. Dadurch kann man allerdings sein Schwert nicht mehr einsetzen, so dass man den nahenden Gegnern hilflos ausgeliefert ist. Dazu kommt, dass man sich die Hälfte der Zeit in unsichtbaren Röhren herumtreibt, ohne die geringste Ahnung, wo die eigentlich hinführen. Im Stil von Indiana Jones hat man ein Lorenrennen zu bestehen, dass allerdings faktisch in den ersten Sekunden entschieden wird.

Schrecklich ist das alles nicht, aber mit dem Spaßfaktor der normalen Levels kann es nicht mithalten. So wird Arabian Nights zu einer bunten Mischung, aber nicht ausschließlich im positiven Sinne. Es kann in seinen besten Momenten wirklich gut unterhalten. Doch das erkauft man sich, indem man sich auch durch weniger tolle Abschnitte kämpft. So sehr man alle Spieler abzuholen versucht hat, so tanzt man vielleicht doch auf zu vielen Hochzeiten.

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