Zelda: The Wand of Gamelon
für CD-i

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Mr Creosote:
Weitere Titel: Zelda: Der Zauberstab von Gamelon , Zelda: De Toverstaf van Gamelon
Firma: Animation Magic / Philips Interactive Media
Jahr: 1993
Genre: Action
Thema: Sonstige Fantasy
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 187
Rezension von Mr Creosote (14.05.2022)
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Schon bei dem Original ähnlichen Nachfolgern fällt es schwer, jedem Teil einer Serie unvoreingenommen entgegenzutreten. Die grundlegenden Beobachtungen müssen nicht immer und immer wiederholt werden und überhaupt kann man sich von seinen bereits gefestigten Meinungen nur schwer freimachen.

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Ja, die berüchtigten Zeichentricksequenzen sind wieder dabei

Mit diesem Spiel verhält es sich sogar noch schwerwiegender. Es ist nichteinmal ein Nachfolger, die ohnehin schon schwierig genug zu besprechen sind, sondern vielmehr eine Parallelentwicklung zu Link: The Faces of Evil. Beide Spiele wurden gleichzeitig veröffentlicht, auf Basis des gleichen Spielkonzepts, der gleichen Technik usw. An diesem Punkt ergäbe es eventuell Sinn, sich erstmal die Ergüsse zu dem zuerst besprochenen Spiel durchzulesen, da das dort Gesagte hier ebenso zutrifft…

Immer noch hier? Oder sogar zurück? Dann reden wir mal über die kleinen Beobachtungen zu Zelda: The Wand of Gamelon. Zuerst kommt Hoffnung auf, da anstatt des Langweilerkönigs und dem unausstehlichen Link (soweit man dem dortigen Intro glauben darf) hier mit Prinzessin Zelda das einzige vernunftbegabte Haushaltsmitglied das Zepter in die Hand nimmt. Ihr Vater und der „große Held“ sind nämlich verschwunden. Es gilt also, die Prinzessin… ähm… den Herzensmann (?) zu retten, aber allemal besser als ein Arschloch zu spielen, das bei der Aussicht auf eine zünftige Prügelei erst auflebt.

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Die Vorhänge wehen im Wind… ach, nein, tun sie nicht!

Ansonsten hat Link jedoch gegenüber Zelda alle Trümpfe in der Hand. Die hiesige Musik ist technisch ebenso pompös, aber die Komposition ist vergessenswert. Die wunderschön gezeichneten pastellfarbenen Hintergründe wissen zu beeindrucken, aber es fällt sogar noch stärker auf, dass sie komplett statisch sind. Was besonders bescheuert wirkt, wenn die Grafiker Objekte in Bewegung einbauen – wie auf dem gezeigten Screenshot.

Darüber hinaus zeigt das einfallslose Leveldesign seine schlimmsten Auswüchse noch früher im Spiel. Im Prinzip funktioniert das Fortkommen genauso (Objekte müssen gefunden und gesammelt werden, um anderswo neue Wege zu eröffnen). Doch zeitkritische Stellen (in diesem Fall die ausbrennende Öllampe) in Kombination mit der ohnehin nicht besonders genauen Steuerung beim Klettern und Springen sollte idealerweise nicht das erste sein, was den Spieler erwartet. Sonst fällt die Motivation ganz schnell in den Keller.

Man mag sich nun sagen: All diese Kritik an Zelda trifft letztlich auch auf Link zu. Doch gerade in einem Spiel, das nicht zur absoluten Oberklasse gehört, sondern in seinen besten Momenten eher so in Richtung „in Ordnung“ tendiert, sollte der erste Eindruck schon ein (vergleichsweise) positiver sein. Link gelingt das. Ob nun bewusst oder durch reines Glück, sei mal dahingestellt. Nachdem man bereits Zeit in ein akzeptables Spiel investiert hat, kann man ein paar Stolpersteine im späteren Verlauf schlucken. Zelda empfängt einen dagegen direkt mit seinen schlimmsten Qualitäten und braucht ein wenig, sich zu fangen. Unwahrscheinlich, dass viele Spieler die notwendige Geduld aufbringen werden.

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