B.C. Kid
für Amiga (OCS/ECS)

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Mr Creosote:Besucherwertung:
4/6
Firma: Factor 5 / Hudson Soft
Jahr: 1992
Genre: Action
Thema: Cartoon & Comic / Sonstige Fantasy / Humor
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 26900
Rezension von Mr Creosote (28.08.2021)
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Man muss sich immer wieder klarmachen, wie sehr in einem formelhaften Genre wie dem Jump'n'Run von Äußerlichkeiten abhängt. Im sogar noch Spezielleren: der Spielfigur. Denn was war und ist es denn, was ikonisch von den berühmtesten Genrevertretern ins allgemeine Bewusstsein eingedrungen ist? Richtig, Mario mit Latzhose, Schnurrbart und Mütze sowie Sonic mit seinem Stachelhaupt. Bonk erblickte zuerst Ende der 80er Jahre auf der PC Engine das Licht der Welt. Dieser Wundermaschine unter den 8-Bit-Konsolen blieb allerdings in Deutschland der Durchbruch verwehrt. Insofern wirkte, als das deutsche Team von Factor 5 mehrere Jahre später mit ihrer Heimcomputerumsetzung unter dem Namen B.C. Kid um die Ecke kam, die ganze Chose immer noch frisch.

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Tarzan!

Und siehe da: ein Protagonist mit großen Wiedererkennungswert! Dem karikaturhaft überzogenen Kindchenschema folgend spielen wir ein Steinzeitbaby mit Riesenkopf… der gleichzeitig spielmechanisch sofort ins Zentrum rückt. Denn nur dieser harte Schädel kann Gegnern standhalten bzw. diese aus dem Spiel befördern. Beherzte Head-Butts oder Kopfübersprünge sind somit an der Tagesordnung. Wobei die Ärmchen und Beinchen natürlich trotzdem süß animiert Anspannung zeigen.

Damit nicht genug: An Abgründen hangelt man sich hoch, indem man sich mit den Zähnen darin verbeißt. Obst regeneriert die Lebensenergie, aber Fleischkonsum wirkt auf den Vegetarier kurzfristig leistungssteigernd – wieder begleitet von einer lustigen Animation (dampfende Ohren, wedelnde Arme).

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Tauchgang im Eiswasser

Dies alles spielt sich in recht abwechslungsreichen Levels ab. Bei der blockartigen Gestaltung, die weitgehend auf Schrägen verzichtet, könnte man passend glatt an eine Duplo-Welt denken. Da erheben sich plötzlich schonmal Vulkane aus der Erde, ein anderes mal balanciert man über den Rücken eines Dinosaueriers, dann schwimmt und taucht man durch einen See (oder anderweitige Flüssigkeiten), schwingt sich im besten Pitfall-Stil an Lianen entlang, rutscht über Eisflächen (hoppla, da sind ja doch Schrägen!), versinkt im Treibsand… dass sich die verschiedenen Umgebungen nicht nur optisch, sondern auch spielerisch auswirken, hält die Motivation hoch. Eine Qualität, die für die Gegner leider nicht gleichermaßen gilt.

Der faire Schwierigkeitsgrad erlaubt schnellen Fortschritt. Damit ist der Gesamtumfang gefühlt eher gering. Trotzdem allemal besser, als die Spieler durch Frust vom Ende fernzuhalten.

Trotzdem muss man natürlich zugeben: Das Genre wird hier nicht neu erfunden, nicht einmal wirklich spürbar variiert. Anfang der 90er Jahre war es schon tendenziell üblich, seinem Spiel ein besonderes Gimmick zu verpassen. Dies findet in B.C. Kid letztlich doch nur auf der gestalterischen Ebene statt. Die Spielfigur und ihre Bewegungen bleiben im Gedächtnis. Doch was sie erlebt ist zwar unterhaltsam, zeigte aber 1993 bereits ihr Alter.

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Rezension von Mr Creosote (29.06.2007)
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Umsetzungen von Konsolenspielen auf Computer gehen oft schief. Übersetzungen japanischer Spieler ebenso. Bei B.C. Kid hat es überraschend gut geklappt. Es erschien ursprünglich auf der PC Engine und hatte (für „westliche“ Zungen) einen sehr seltsamen Namen. Die englische Version wurde zu „Bonk“. Bonk? Um es kurz zu machen: Die Amigaversion hat einen besseren Titel verpasst bekommen, als sie ein paar Jahre später von der deutschen Firma Factor 5 umgesetzt wurde.

B.C. Kid ist ein typischer Jump'n'Run - Held. Böse Mächte haben seine prähistorischen Freunde in Monster verwandelt, und sie ihres freien Willens beraubt. Also muss Kid sie nun aus den Fängen des Bösen befreien und die Wurzel des Übels zerstören. Dazu müssen einige Level mit jeder Menge Monster durchreist werden.

Ganz der Genrekonvention entsprechend werden Gegner durch einen beherzten Sprung auf den Kopf aus dem Weg geräumt (wer auch immer sich das mit welchem Hintergedanken ausgedacht hat). Dieses Vorgehen wird leicht variiert: B.C. Kid kann Schläge nur mit seinem eigenen Kopf austeilen. Landet er mit den Füßen zuerst auf jemandem, verliert er selbst Energie. Also heißt es Kopfsprung in Richtung Boden - versucht das nicht zu Hause nachzumachen.

Eine weitere Spezialität des Helden hat mit seinen Essgewohnheiten zu tun. Normalerweise ist er Vegetarier, und Obst und Gemüse lassen seinen Energiespiegel wachsen. Wenn er allerdings doch mal Fleisch zu sich nimm, verwandelt er sich in einen regelrechten Berserker, und kann in diesem Zustand weiter springen sowie mehr Schmerzen aushalten.

Bröckelnde Plattformen, versteckte Boni und jede Menge süße (kindische) Hintergrund- und Vordergrundgrafiken - B.C. Kid hat alles. Gute Spielbarkeit kommt dazu: Im Gegensatz zu einem großen Teil der Konkurrenz gibt es kaum unfaire Szenen. Letzteres macht es zu einer sicheren Empfehlung. Was tendenziell dagegen eher fehlt, ist Abwechslung. Außer den normalen „Draußen“-Levels gibt es noch welche unter Wasser (eher „unter Flüssigkeit“), aber das hätte noch mehr sein können. Keinerlei Beschwerden bezüglich dessen, was drinsteckt, nur darüber, was eben nicht zu sehen ist.

Kommentare (1) [Kommentar schreiben]

Nebros:

Von mir hat das Spel volle Punktzahl bekommen. Der Grund ist einfach erklährt:

- Einfaches Gameplay, dennoch herausfordernd
- Grafik und Musik der Zeit entsprechend gut

Einfach ein muss, es zu spielen!

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