Terraquake
für C64

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Mr Creosote:
Firma: Adventuresoft UK / U.S. Gold
Jahr: 1985
Genre: Adventure
Thema: Umsetzung eines anderen Mediums / Cartoon & Comic / Schwerter & Magie / Textbasiert
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 17497
Rezension von Mr Creosote (10.04.2002)
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Bei der Macht von Grayskull... Alle Kinder in den 80ern kannten diesen Spruch. Sie schauten sich die Abenteuer He-Mans und seiner Freunde im Fernsehen an, kauften die Actionfiguren, lasen die Comics. Und natürlich gab es auch eine Reihe Computerspiele für die damals beliebtesten Systeme.

Terraquake ist das einzige „nicht-Actionspiel“ von diesen. Infocom hatte gerade seine große Zeit, Textadventure waren also „in“. Viele andere Firmen versuchten ihr Glück, aber nur wenige erreichten die selbe Qualität wie ihre Vorbilder. Und daran scheiterte auch dieses Team (wo immerhin kein geringerer als der spätere Designer der Simon the Sorcerer-Reihe beteiligt war).

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Also warum ist dieses Spiel nicht so toll? Weil es einfach niemanden wirklich zufriedenstellt. Die logische Zielgruppe wären die Fans der Spielzeugreihe gewesen. Aber die zentralen Elemente des Cartoons (Charakterisierungen, Humor, Moralpredigten) fehlen völlig. Ein paar Spielzeugcharaktere tauchen zwar auf, aber sie sind wenig mehr als nur ein weiterer Name. Die Designer haben sich nicht groß darum gekümmert, wie diese Personen sich normalerweise verhalten, was sie sind und so weiter. Seit wann betreibt Man-at-Arms denn bitte eine Kneipe? Und sogar König Randors Name wurde falsch geschrieben - „Radnor“!

Aber das ist nicht alles. Das gesamte „Feeling“ ist anders. Um das Spiel zu lösen, muss He-Man einen seiner Feinde umbringen. Ahem!

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Brutaler, weniger Kinderkram? Also eine reifere Zielgruppe? Nein, sicherlich nicht. Dafür ist die ganze Story (Skeletor bedroht Eternia mit einer Erdbebenmaschine und He-Man stoppt ihn) viel zu uninteressant. Damit wären wir wieder beim Cartoonniveau.

Die letzte Chance wäre, als gutes Spiel zu bestehen. Aber selbst das schafft Terraquake nicht. Den Rätseln fehlt Pfiff und Einfallsreichtum, die meisten Situationen sind nur immer folgendermaßen aufgebaut: „du hast drei Züge in diesem Bildschirm ein Rätsel zu lösen oder du stirbst“. Und die Lösung besteht dann meistens einfach in „knock out xxx“ oder sowas.

Also was hat das Spiel denn überhaupt? Einen einfachen Parser, ein paar nette Grafiken und einige bekannte Charaktere. Das macht für Fans natürlich bereits einen Unterschied zum Durchschnittsspiel, klar. Und deshalb stelle ich das Spiel hier auch vor. Aber Nichtfans sollten es sich schon zweimal überlegen, ob sie dieses Machwerk brauchen...

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