Imperator
für C64
Auch verfügbar für: PC (Herrscher)

Imperator.jpg
Mr Creosote:
Firma: Thomas Wolf
Jahr: 1983
Genre: Strategie
Thema: Geschäftswelt / Multiplayer / Politik / Krieg / Textbasiert
Sprache: German
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 27966
Rezension von Mr Creosote (19.04.2002)
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Zusammen mit Kaiser setzte dieses Spiel Standards für das „Herrschergenre“ für die folgenden Jahre! Die Idee ist einfach: Mach das Land nach innen hin stabil und stark, um nach außen hin Eroberungen zu führen.

Natürlich spielt Imperator im antiken Rom. Die Hauptaufgabe ist es, das Staatsbudget auf verschiedene Interessengruppen zu verteilen. Jedes Jahr verlangen diese gewisse Summen, und man muss entscheiden, dem voll, teilweise oder gar nicht nachzukommen. Das beeinflusst dann den eigenen Sympathiewert bei dieser Gruppe. Wenn man z.B. seiner Frau (!) nur die Hälfte des gewünschten Betrags zuteilt, wird sie sicher nicht abgeneigt sein, einen im Schlaf zu ermorden. Andererseits werden die Händler bei Geschenken über ihre eigene Kalkulation hinaus einen sicher lieben!

Es gibt noch weitere Faktoren, die die Popularität beeinflussen. Zuerst wäre da die Möglichkeit diverser Bauwerke zu nennen. Ein neuer Tempel beispielsweise beeindruckt die geistlichen Führer, das Einstellen neuer Rekruten in die Armee ist auch nicht zu verachten. Und dann gibt es noch Zufallsereignisse. Von Zeit zu Zeit muss man beispielsweise Richter spielen, und über einen vorgetragenen Fall entscheiden. Diese sind einfach konstruiert, es ist immer klar, wessen Sympathie man gewinnt und verspielt mit welcher Entscheidung.

So einfach das jeweils für sich klingt, diese Maßnamen auszubalacieren ist schwierig genug! Besonders, da man noch viel mehr um die Ohren hat: Böse Christen rauben die Steuereintreiber aus, Piraten überfallen Handelsschiffe! Gegen jede Bedrohung gibt es natürlich ein Gegenmittel: Gardesoldaten, die die Christen den Löwen vorwerfen (ähm.... ja....) und eine Kriegsflotte gegen die Piraten.

Und dann kommt natürlich noch der Krieg gegen die anderen Länder. Jeden Zug wird zufällig ein Land ausgewählt, dass man angreifen darf, aber nicht muss. Im Erfolgsfall kehren die ruhmreichen Armeen mit Gold und Sklaven für die Kriegskasse zurück und das eigene Reich ist wieder einmal gewachsen! Das Spielziel ist selbstverständlich die Welteroberung.

Zu all dem gibt es noch ein bisschen mehr Wirtschaft, und Imperator präsentiert diesen Inhalt in einer leichten, wohlschmeckenden Mischung. Die Texte sind mit ironischer Spitze geschrieben. Das macht sogar Aufstände und Revolutionen (d.h. das Spiel zu verlieren) spaßig! Und wer auch immer auf die Idee gekommen ist, die eigene Ehefrau in die Budgetkalkulationen einzubeziehen, muss einen völlig kranken Geist haben ;)

Imperator wird allerdings nach einer Zeit langweilig. Sobald man alles ausprobiert und alle Texte mal gelesen hat, fällt einfach die Hauptmotivation weg. Einzelspieler werden sich häufig dabei erwischen, absichtlich zu verlieren, nur um verschiedene Enden zu bekommen! Als Multiplayerspiel (bis zu 5 Herrscher) ist es aber viel besser - dann geht die Spannung erst mit dem Krieg untereinander richtig los...

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