Death of Schlig
für Interpreter (Glulx)

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Mr Creosote:
Firma: Peter Timony
Jahr: 2011
Genre: Adventure
Thema: Humor / Science Fiction / Textbasiert
Sprache: English
Lizenz: Freeware
Aufrufe: 17302
Rezension von Mr Creosote (15.10.2011)
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Schlig arbeitet an der Fleischtheke im Supermarkt. Lieber wäre er jedoch ein Privatdetektiv. Seine Chance kommt, als Aliens ihn auf ihren Planeten entführen, um dort als Nahrung zu diesen. Zuerst muss er jedoch noch ein wenig gemästet werden, was ihm immerhin etwas Zeit verschafft. Experimente mit seiner DNS geben ihm dann nebenbei sogar noch eine besondere Fähigkeit: Er kann nun seine Augen aus- und einfahren und autonom bewegen.

Das Ziel heißt also Flucht und dabei kommt einem diese neue „Superkraft“ gerade gelegen. Obwohl es streng genommen um Leben und Tod geht, ist der Tonfall des Spiels unbeschwert und manchmal sogar (auf gute Weise) albern. Lustig wird es vor Allem immer dann, wenn es um eigentlich sehr ernste Dinge geht, die durch den Kontext nur noch durchgedrehter wirken. Bestes Beispiel: Das Rätsel mit den kleinen Kätzchen!

Womit wir bei den Rätseln angekommen wären: Das Spiel ist größtenteils so nett, einem kleine Hinweise zu geben, die andererseits nicht zu offensichtlich sind. Durchaus lösbar, wenn man sich auf die Logik dieser Welt einlässt. Also für ein Spiel der IF Competition genau richtig. Was dagegen eher nervt, ist das anscheinend zufällig gesteuerte Auftauchen von Wachleuten, die einen immer und immer wieder gefangen nehmen und damit die Ausführung der gerade gefassten Gedanken zu Nichte machen. Die Szene, die auf solch eine Gefangennahme folgt, ist zugegebenermaßen ganz witzig – aber nicht mehr, wenn man sie immer wieder und wieder erleben muss.

Das zweite große Problem, das Schlig den Eintritt in höhere Wertungsgefilde verwehrt, ist die Technik. Obwohl das Spiel mit vier Testern aufwarten kann und sogar schon einen Durchlauf an Fehlerbereinigung hinter sich hat, ist die Anzahl sofort auffälliger technischen Probleme immer noch recht hoch. Man denke beispielsweise an die riesigen Zeilenabstände – was soll das? Auch verschwinden manchmal ohne Erklärung Objekte aus dem Inventar und manchmal verschwinden sie eben nicht, obwohl sie es logisch gesehen sollten. Fehlende oder zumindest unpassende Parserantworten zeigen sich leider ebenfalls von Zeit zu Zeit.

Alles in Allem sollten sich potentielle Spieler aber nicht abschrecken lassen. Das Spiel ist solide umgesetzt (die recht komplizierte Augenlogik funktioniert tadellos) und absolut spielbar. Es wirkt so, als hätte da einfach die Zeit zum Testen und Beheben von Bugs gefehlt. Und wie man ja weiß, dauern die sprichtwörtlichen „letzten 10%“ dann gleich nochmal so lange, wie die vorigen 90%...

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