Fury
für Plus/4

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Mr Creosote:
Firma: Firebird
Jahr: 1986
Genre: Action, Denkspiel
Thema: Apokalypse
Sprache: English
Lizenz: Kommerziell
Aufrufe: 30825
Rezension von Mr Creosote (17.08.2006)
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Keine Angst, dies ist kein kitschiges Spiel über ein Pferd und ein nerviges Kind (ich gucke zu viel Fernsehen). Dieses Fury ist eine Lode Runner - Version mit einer kleinen Besonderheit. Statt nach Schätzen zu suchen, übernimmt der Spieler die Rolle eines der wenigen überlebenden eines Atomkriegs. Wie alle lebt er unter der Erde, um der Strahlung zu entgehen. In diesen Höhlen treiben sich aber auch böse Mutanten rum, die vernichtet werden müssen (anscheinend heißt er „wir oder sie“). Also muss kein Reichtum erlangt, sondern Mutanten getötet werden.

Das grundlegende Leveldesign ähnelt dem von Lode Runner. Es gibt sechs Stockwerke, die durch (anscheinend zufällig platzierte) Leitern verbunden sind. Der Spieler startet in der linken unteren Ecke, die Mutanten (die wie rumrollende Zahnräder aussehen) oben. Kontakt führt zum sofortigen Verlust eines der fünf Leben des Spielers. Eine direkte Art, sie zu töten, gibt es nicht, aber die Mutanten überleben keine tiefen Stürze (anders als der hartgesottene Spieler). Also benutzt der Spieler sein Dynamit, um Löcher in den Boden zu sprengen, in die die dummen Mutanten dann sofort reintapsen.

Die Mutanten werden mit ansteigendem Level allerdings widerstandsfähiger. Der ersten entledigt man sich mittels eines einzigen Lochs, doch die zweiten können das schon überstehen. Sie müssen in eine Falle gelockt werden, die sich zwei Stockwerke weit fallen lässt. Und so weiter. Nach fünf Leveln erhöht sich die Anzahl der gleichzeitig agierenden Mutanten, und der Spaß beginnt von vorne.

Der Dynamitvorrat ist selbstverständlich beschränkt, und so stellt sich immer wieder die Frage, wann und wo es eingesetzt werden sollte. Zusätzlich kann der Spieler auch Löcher im Boden wieder reparieren, was sich besonders nach Lebensverlust als nützlich erweist, da man sich dann meist selbst abgeschnitten von wichtigen Leitern wiederfindet. Reparaturpaste ist natürlich auch begrenzt.

Positiv hervorzuheben an Fury ist, dass es Strategie über Action stellt. Ohne vernünftigen Plan hat man kaum eine Chance, selbst die ersten paar Levels zu gewinnen und sobald man sich um mehr als einen Mutanten zu kümmern hat, ist es hoffnungslos. Die Level sind klein, also kann sich niemand verlaufen und die denkbaren Varianten sind begrenzt - also wird es niemals allzu kompliziert.

Die zufällige Platzierung der Leitern führt andererseits manchmal zu unschaffbaren Situationen. Wenn die Mutanten zum Beispiel schneller ganz unten sein können, als der Spieler überhaupt den ersten Weg nach oben erreichen kann, gibt es nur noch den sicheren Tod. Das kann frustrieren, passiert aber nicht allzu häufig.

Letztendlich handelt es sich bei Fury aber doch nur um einen durchschnittlichen Klon. Obwohl das Spielziel etwas abgeändert ist und trotz der scheinbar unerschöpflichen Erinnerungen an die Wochen, Monate und Jahre mit dem Spiel (eines von sieben, die ich für den Plus/4 hatte in den 80ern) hat es nicht viel Besonderes. Gut spielbar, aber es sticht auch nicht heraus.

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