Luster
für Interpreter (Z-Code)

Luster.jpg
Mr Creosote:
Firma: Jared Smith
Jahr: 2011
Genre: Adventure
Thema: Sonstige Fantasy / Textbasiert
Sprache: English
Lizenz: Freeware
Aufrufe: 20629
Rezension von Mr Creosote (13.11.2011)
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Ein Telefonanruf – ein Freund erzählt mir, es gebe Edelsteine in meiner Heimatstadt. Die scheint jedoch größtenteils verlassen und zerstört zu sein. Der einzige Mensch, dem ich über den Weg laufe, ist der Stellvertreter des Sheriffs, den ich gleich mal mit einem Brief erschlage. Sein Körper löst sich in Luft auf. Als ich jedoch die Polizeiwache wieder verlassen will, nimmt er mich fest (jedoch nicht wegen des Mordes an ihm selbt). Ich breche aus, da der Idiot den Schlüssel in der Zelle liegenlassen hat. Er ist immer noch tot. Ich finde schließlich einen Edelstein, der mich ganz woanders hin teleportiert. Ich treffe auf einen Schwertkämpfer, der mich angreift. Natürlich verteidige ich mich mit meinem tödlichen Brief, doch ich scheitere. Ich erwache wieder in einem Tempel Poseidons...

Schatzsuchen sind ein gangbares Genre. Wie in jedem Genre gibt es allerdings gute wie auch schlechte Spiele. Luster fällt leider in letztere Gruppe. Nicht nur ist es völlig zusammenhanglos erzählt (siehe oben), sondern bewegt sich immer hart an der Grenze des technischen Super-GAUs, angesichts der zahlreichen Parserprobleme und des verwirrenden Schreibstils.

Beispielsweise trifft man anfangs auf eine verschlossene Tür und eine Fußmatte. Schaut man unter die Fußmatte, findet man nichts. Betrachtet man sie hingegen, findet man einen Schlüssel unter der Fußmatte. Das demotiviert auch den letzten Spieler. Darüber hinaus wird einem das Spielen durch die Ortsbeschreibungen unnötig schwer gemacht, im Besonderen die Informationen zu Ausgängen. Manchmal fehlen sie völlig. Manchmal sind sie falsch. Oft sind sie zwar keines von beiden, jedoch bei oberflächlichem Lesen äußerst missverständlich:

Zitat:
Sheriff Station Entrance
The entrance to the county sheriff department. You can hear the faint creak of the wood. To the north you can see a dirt road meandering to the east and west.

Wohin kann man von hier gehen? Nach Norden und „rein“. Wer an „Ost“ und „West“ dachte, sollte nochmal genau lesen. Oder dies hier:
Zitat:
Ramen Booth
You stand outside the ramen booth. Just standing here brings back the memories of wolfing down bowls of ramen. That is until your sodium intake went through the roof. To the northwest, you can see a winding path.

You spot a cracked glass door on the eastern side of the booth leading in.


Wohin muss man sich wenden, um die Bude zu betreten? Nach Osten? Nein, nein, nein – die Tür ist auf der östlichen Seite der Bude, also westlich vom Spieler. Warum ist das spielerisch so fatal? Luster spielt auf einer recht großen Karte und besteht in weiten Teilen aus reiner Erkundung sowie jeder Menge Hin und Her zwischen den zahlreichen Orten.

Der Rest der Umsetzung befindet sich dann ebenfalls auf diesem Niveau. Da kommt man in einen Raum voller farbiger Knöpfe, kann aber keinen einzigen davon drücken und so weiter. Unterschwellig gibt es anscheinend eine sinnvolle Reihenfolge, in der man Dinge erledigen soll, doch diese wird von Spiel nicht erzwungen, was zu seltsamen und manchmal schon beinahe unverständlichen Ereignissen führt. Nein, es liegt nicht am Konzept, sondern schlicht und einfach an der Umsetzung.

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